Die Lieblingssorten der Deutschen

Die
Brot-Lieblingssorten in Deutschland haben sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert. Sortentreue prägt das Bild der vielfältigen deutschen Brotlandschaft, wie repräsentative Meinungsumfragen ergeben haben: Roggen- und Roggenmischbrote liegen mit 36 % der Nennungen deutlich an der Spitze. Auch die nachfolgenden Ränge der Brot-Hitliste belegen nach wie vor Mehrkorn- und Vollkornbrote, die von jeweils über 20 % „gewählt“ wurden.
Die Brotvielfalt in Deutschland ist mit über 300 Brotsorten unübertroffen. Noch größer ist die Backvielfalt bei den kleinen Dingen, die das Leben schöner machen. Nach Schätzung von Experten kommen rund 1200 verschiedene Klein- und Feingebäcke täglich frisch aus deutschen Backstuben, weil hier landsmannschaftliche Traditionen und Fantasie der Bäcker besonders groß sind.
Auch die Favoriten bei Brötchen wurden repräsentativ ermittelt: Bei 37 % sind die “normalen” Weizengebäcke am beliebtesten, gleich ob als Brötchen, Schrippe, Semmel oder Rundstück. Die anderen Befragten nannten als Lieblingssorte eine der vielen Kleingebäck-Spezialitäten: Die Gruppe der Körner-, Mehrkorn- bzw. Vollkornbrötchen folgt mit 18 % auf dem zweiten Platz vor den „Klassikern“ des Spezial-Sortiments, den Brötchen, Stangen oder Wecken mit Mohn, Sesam bzw. Kümmel (13 %). Dahinter liegen verschiedene herzhafte Spezialitäten, wie Roggenbrötchen, Zwiebel-/Speckbrötchen und Laugengebäcke wie z.B. Brezeln. Beim Vergleich nach Geschlechtern zeigt sich, dass Frauen besonders oft Körner- oder Roggenbrötchen bevorzugen, während es die Männer bei den Kleingebäcken häufiger weiß oder süß lieben.
Die Lieblings-Brotsorten der Bundesbürger im Zeitvergleich (Angaben in %)
Sortengruppe
Roggen-/Roggenmischbrote 36 32
Mehrkornbrote 21 23
Vollkornbrote 20 21
Weizen-/Weizenmischbrote 22 24
andere/keine 2 1
Die Lieblings-Brötchensorten der Bundesbürger (Angaben in %)
Weizenbrötchen / Semmeln / Schrippen 37
Körner- / Mehrkorn- / Vollkornbrötchen 18
Mohn- / Sesam- / Kümmelbrötchen 13
Roggen- / Bauernbrötchen 10
Zwiebel- / Käse- / Speckbrötchen 10
Laugen- / Salzbrötchen / Brezeln 8
Milch- / Rosinenbrötchen / Hörnchen 4
„Stange“, „Weckle“ etc. jeweils unter wertbestimmender Brötchenzutat eingerechnet
Wenn die deutschen Bäcker allmorgendlich in der Frühe ihre Backöfen anheizen, fällt täglich neu der Startschuss für die Produktion eines Guinness-Buch geeigneten Rekords: Mehr als 300 Brotsorten und über 1200 Klein- und Feingebäcke sind in Deutschland zu entdecken und zu schmecken. Auf diese einmalige Vielfalt können unsere “Weltmeister im Brotbacken” - zu Recht - stolz sein. Vom kernigen Vollkornbrot über die große Palette des Weizen- und Roggenmischbrot-Sortiments bis hin zum herzhaften Roggen- bzw. milden Weizenbrot reicht das Sortiment. Es wird ergänzt durch zahlreiche Spezialitäten, wie z.B. Pumpernickel, Mehrkornbrot, Baguettes, Ciabattas oder Fladen (-brot).
Besonders groß ist die Vielfalt beim Kleingebäck, wo regionale Spezialitäten eine besondere Rolle spielen. Ob Semmel, Weckle, Schrippe oder Rundstück - schon die landsmannschaftlich unterschiedlichen Namen unserer Brötchen signalisieren Sortenvielfalt. Besonders ausländische Gäste stehen immer wieder staunend vor der Vielfalt dessen, was aus deutschen Backstuben kommt. Der wichtigste Grund für diese Vielfalt ist - neben der Fantasie unserer Bäcker - der Roggen. Durch die Mischung von Roggen- und Weizenmehlen in den Rezepturen kommen so viele traditionelle und moderne Brotsorten zu Stande wie nirgends sonst auf der Welt.
Vielfalt vom Saatgut bis zur Semmel
Die Vielfalt fängt schon bei der Aussaat an. Über 100 Weizen- und rund 30 Roggensorten stehen dem Landwirt zur Wahl. Er entscheidet, welche Sorten am besten zu seinen Standorten passen, um optimale Qualitäten zu erzielen. Der Müller sorgt mit Ko(r)ntrollen und Reinigung für ein gleichmäßiges Qualitätsniveau, das Bäckern und Hausfrauen die Sicherheit gibt, dass ihre Rezepte gelingen. Mit einer maßgeschneiderten Vielfalt von Mehlen und Schroten schaffen unsere Müller die Grundlage dafür, dass in Deutschland die weltweit unerreichte Vielfalt von Brot und Brötchen gebacken werden kann. Den Bäckern erleichtert heute der Einsatz moderner Maschinen bzw. Techniken das Kneten und Backen, und die Fantasie der backenden Zunft hat eine Vielfalt möglich gemacht, die noch vor 100 Jahren nicht vorstellbar gewesen wäre.
Leben ohne Brot "nicht vorstellbar"
Getreide, Mehl und Brot gehören zu den wichtigsten Lebensmitteln in den Augen der Deutschen: 84 Prozent können sich „ein Leben ohne Brot nicht vorstellen“, und halten es für einen wichtigen Bestandteil der gesunden Ernährung (83 %). Brot ist jedoch nach den Ergebnissen einer repräsentativen Verbraucherbefragung nicht nur als Grundnahrungsmittel besonders wichtig, sondern wird gleichzeitig auch als „Genussmittel“ geschätzt: 95 % der Deutschen essen Brot „sehr gern“ oder „gern“. Hauptgrund dafür ist nach Angabe von 88 %, dass ihnen das „Brot gut schmeckt“, 39 % bezeichnen es sogar als regelrechte Delikatesse.
Gesundheit aus dem Brotkorb
Nicht zuletzt liefern Brot und Brötchen mit ihren Inhaltsstoffen auch einen wichtigen Beitrag zur täglich-gesunden Ernährung. Drei Viertel unserer Stärke-Kohlenhydrate stammen aus Getreide, Mehl und Brot. Sie werden vom Körper langsam verwertet und versorgen ihn kontinuierlich mit Energie. Das ist günstig für Blutzuckerspiegel und Sättigungswirkung. Deshalb stehen sie bei den Ernährungsmedizinern auf der Empfehlungsliste. Weiterhin liefern Brot und Brötchen mehr als ein Drittel der unverdaulichen Ballaststoffe: Sie fördern die Darmtätigkeit und beugen der weit verbreiteten Verstopfung vor. Die Bedeutung von Getreide, Mehl und Brot als Eiweißquelle wird häufig unterschätzt. Dabei sind diese Lebensmittel mit einem Anteil von beinahe 20 % unser zweitwichtigster Eiweißlieferant. Brot und Brötchen enthalten zudem zahlreiche lebensnotwendige Vitamine und Mineralstoffe wie das "Nervenvitamin" B1 (Thiamin), Eisen für die Blutbildung und den Fitnessstoff Magnesium.
Quellen: GMF und CMA-/ZMP-Marktforschung