Schlankheitsmittel und Abnehmpräperate auf dem Prüfstand
Schlankheitsmittel versprechen Hilfe beim Abnehmen und sind deshalb beliebt. Man unterscheidet zwischen rezeptpflichtigen und rezeptfreien Schlankheitsmitteln. Dazu zählen: Appetitzügler, Medikamente, welche die Fettverdauung vermindern, Abführ- und Enwässerungsmittel, Schlankheitstees oder Nahrungsersatzmittel. Der Schlankheitsmittel-Markt ist groß und unübersichtlich und die Beurteilung, welche Schlankheitsmittel wirken oder im Gegenteil sogar gesundheitsgefährdend sind, ist für den Verbraucher quasi nicht möglich.
Generell gilt deshalb: Schlankheitsmittel sollten - wenn überhaupt - nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. Besondere Vorsicht ist beim Kauf von Schlankheitsmitteln aus dem Internet geboten, wie Analysen des Bundesamtes für Risikobewertung und der Stiftung Warentest zeigen:
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Schlankheitsmittel sollten - wenn überhaupt - nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. Besondere Vorsicht ist beim Kauf von Schlankheitsmitteln aus dem Internet geboten, wie Analysen des Bundesamtes für Risikobewertung und der Stiftung Warentest zeigen
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Schlankheitsmittel aus dem Internet
Vorsicht bei Schlankheitsmitteln aus dem Internet, das ist das unmissverständliche Ergebnis einer Analyse der Stiftung Warentest. Von 16 netz-vertriebenen Mitteln wurden 13 als hohe bis sehr hohe Gefahr für die Gesundheit bewertet. Die übrigen drei sind nicht abschätzbar - also auch nicht zu empfehlen. Einen regelrechten Schwarzmarkt im Internet diagnostizierten die Tester. Unklar seien zwar die genauen Zahlen der Kunden, doch eine Online-Umfrage ergab, dass von 3 000 Personen immerhin 14 Prozent schon derartige Produkte konsumiert hatten. Teilweise gaben die Befragten an, Nebenwirkungen wie z.B. Ess- oder Herz-Kreislauf-Störungen bewusst in Kauf zu nehmen.
Dauerhaft abnehmen: Die erfolgreichsten Diäten
Als Neuheiten haben sich in der fragwürdigen Branche die Wirkstoffe Hoodia und Guggulsteron etabliert. Hoodia ist ein Pulver aus einer südafrikanischen Kaktuspflanze, welches den Hunger bremsen soll. Interessant an den entsprechenden Kapseln ist: Der angepriesene Stoff konnte darin nicht einmal nachgewiesen werden. Vielleicht auch besser so - denn seine Unbedenklichkeit ist nicht ausreichend belegt.
Ähnlich unkalkulierbar sind Guggulsterone. Die Substanz wird aus dem Harz des Guggulbaumes gewonnen und in der indischen Medizin als Schilddrüsen-Stimulanz verwendet. Über die Nebenwirkungen ist bislang wenig bekannt.
Noch immer neu am Markt ist auch die hungerzügelnd wirkende Pille Acomplia mit dem Wirkstoff Rimonabant. Sie wird seit Herbst 2006 vertrieben - eigentlich als verschreibungspflichtiges Mittel, das neben einem Gewichtsverlust auch Angstzustände und Depressionen auslösen kann, daher nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden darf. Im Internet ignorieren ausländische Anbieter (etwa aus den Niederlanden oder aus Großbritannien) auf deutschsprachigen Websites diese Regelung und bieten Acomplia zur rezeptfreien Bestellung an.
Als Klassiker der schwarzen Liste behaupten sich Sibutramin und Ephedrin. Besonders chinesische Produkte auf angeblich rein pflanzlicher Basis enthalten zum Teil hohe Dosen des synthetischen Stoffes Sibutramin, welcher Herzrasen und Bluthochdruck auslösen kann. Mitunter liegt der Sibutramingehalt sogar deutlich über der Menge, die im verschreibungspflichtigen, legalen Mittel Reductil enthalten ist. Das Sucht erregende, daher verschreibungspflichtige Ephedrin wirkt in hoher Dosis tödlich. Angeboten wird es im Netz als Kombinationspräparat mit Koffein - wobei die empfohlene Tagesmenge an Koffein dann schnell bei fast 700 mg liegt. Das entspricht in etwa zehn Tassen Kaffee.
Schlankheitsmittel als Appetitzügler auf der Basis von Jojobasamen, die im Internet von ausländischen Firmen angeboten werden, sind nicht für den Verzehr geeignet. Die Kapseln können im menschlichen Körper möglicherweise toxisch wirken, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Die Jojobasamen stammen von einer Pflanze aus dem subtropischen Raum. Bislang ist nicht erforscht, ob und wie die relevanten Inhaltsstoffe Simmondsin und Jojobawachs im menschlichen Organismus auf den Appetit wirken. Im Tierversuch verringerte die Gabe der Substanzen die Futteraufnahme und das Körpergewicht von Ratten. Simmondsin hatte aber schon in niedriger Dosis einen ungünstigen Einfluss auf die Blutbildung. Das Jojobawachs war nicht verdaulich, sammelte sich in den Zellen des Darms an und zerstörte sie.
Fazit: Der einzige Weg, der beim Abnehmen auf Dauer zum Erfolg führt, ist eine langfristige Umstellung der Ernährung und viel Bewegung. Schlankheitsmittel sind und bleiben zweifelhaft und sollten deshalb nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.