Rauchmelder retten (Kinder)Leben

In Deutschland sterben pro Monat 50 Menschen durch schwere Brände im Haus oder in der Wohnung. Häufig sind dabei Kinder betroffen. Die Brände entstehen beispielsweise durch technische Defekte, nicht abgeschaltete Elektrogeräte, zündelnde Kinder oder einen sorglosen Umgang mit Kerzen und offenem Feuer. Mit einem Rauchmelder könnten viele dieser Brände rechtzeitig bemerkt und Brandopfer vermieden werden. Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. und Paulinchen - Initiative für brandverletzte Kinder e.V. fordern, dass in allen Bundesländern Rauchmelder für Neubauten gesetzlich vorgeschrieben werden und das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Rauchmeldern geschärft wird.

 

Kinder sind im Brandfall besonders stark gefährdet. Statt laut um Hilfe zu rufen, neigen sie dazu, besonders wenn sie selbst gezündelt haben, sich zu verstecken. "Gerade in Haushalten mit Kindern sind Rauchmelder unverzichtbar. Bei Ausbruch eines Feuers reichen bei Kindern drei Atemzüge des Rauchs aus, um eine schwere Rauchvergiftung und eine Bewusstlosigkeit zu verursachen", sagt Dr. Stefanie Märzheuser, Präsidentin der BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V. und Kinderchirurgin an der Berliner Charité.

Bei Paulinchen - Initiative für brandverletzte Kinder e.V., haben auch in diesem Jahr wieder mehrere Familien um Rat gefragt, deren Kinder durch Hausbrände schwerste Verbrennungen erlitten haben. Mit Rauchmeldern hätten diese Unfälle vermieden werden können. Ein Rauchmelder kann die Bewohner rechtzeitig auf den Brand aufmerksam machen. "Den Eltern gibt ein Rauchmelderalarm wertvolle Zeit ihre Kinder und sich selbst in Sicherheit zu bringen", sagt Adelheid Gottwald, Vorsitzende von Paulinchen e.V. "Schon für wenige Euro kann man Rauchmelder in jedem Baumarkt kaufen."

 Ein verbreiteter Irrtum ist, dass bei Bränden der Tod als Folge von Verbrennungen durch die offenen Flammen eintritt. Dies ist nur in fünf Prozent der Fälle die Todesursache. 95 Prozent der Betroffenen werden von giftigen Rauchgasen umhüllt, die sich in Sekundenschnelle ausbreiten. Besonders hoch ist das Risiko in der Nacht. Im Schlaf sind die Sinne "herunter geschaltet": Der Schlafende riecht das Feuer nicht und nimmt nicht wahr, dass er ein hochgiftiges Gasgemisch einatmet, welches bereits nach wenigen Atemzügen zur Bewusstlosigkeit führt. Der Erstickungstod tritt nach nur zehn Atemzügen ein.

- Brandschutz ist Ländersache -

 Bislang ist der Einbau von Rauchmeldern in Neubauten nur in einigen Bundesländern, wie in Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, im Saarland, in Brandenburg und Hessen durch die Landesbauordnungen gesetzlich vorgeschrieben. In Nordrhein-Westfalen gilt dies nur für öffentlich geförderte Neubauten. Hier setzt man mit Hilfe einer Kampagne auf Freiwilligkeit und auf breite Aufklärung.

- Sechs Tipps zum Vermeiden von Bränden -

Zusätzlich zum Einsatz von Rauchmeldern können Erwachsene im Alltag Brandrisiken ausschalten, bevor sie entstehen:

1. Lassen Sie Kinder nie mit brennenden Kerzen oder offenem Feuer alleine.

2. Dunkeln Sie Lampen nicht mit Tüchern oder Papier ab.

3. Schalten Sie Elektrogeräte wie Bügeleisen ab und ziehen Sie den Stecker heraus, wenn Sie das Haus verlassen.

4. Lassen Sie brennende Kerzen niemals unbeobachtet.

5. Benutzen Sie keine Lichterketten in Kinderzimmern. Hier werden Defekte oftmals zu spät bemerkt.

6. Lassen Sie Streichhölzer oder Feuerzeuge niemals für Kinder erreichbar herumliegen.

 


Weiteres zum Thema:  

Kindersicherheit

 NEWS
 Freizeitführer

Suchen

Infopoint

 · finden ·  informieren

    • Freizeitangebote
    • Locations
    • Informatives

zum Info-Point
  
Copyright 2005-2010 by Hallo-Onlinejournal. Unsere Portale: www.hallo-bergstrasse.de - www.die-welt-der-schuhe.de - www.wohnsite.de