Muttertag
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Der Ehrentag für Mütter ist alt. Aber ob nun der heutige Muttertag aus dem Mutterkult der Antike oder dem 'Mothering Sunday’ der Engländer hervorgegangen ist, bleibt ein Rätsel. Fest steht höchstens, dass ihm zwei hartnäckige US-Amerikanerinnen auf die Sprünge halfen.
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Wer hat den Muttertag nun wirklich 'erfunden’?
Geschichtskundige behaupten, dass der Muttertag aus Festen zu Ehren der Mütter von Gottheiten hervorgegangen sei: Im antiken Griechenland z.B. galt der Ehrenkult Rhea, der Mutter von Hestia, Demeter, Hera, Hades, Poseidon und Zeus; im alten Rom hingegen verehrte man Kybele, die 'Grosse Mutter’ der Natur, der Götter, Menschen und Tiere.
Im 13. Jh. wurde in England von König Heinrich III. der 'Mothering Sunday’ eingeführt. Dieser galt allerdings nicht den Müttern, sondern war vielmehr dafür gedacht, 'Mutter Kirche’ zu danken. Vom einfachen Volk wurde der Name missverstanden. Und so wurde er bald dazu benützt, die eigene Mutter zu ehren. Dies vor allem ab dem 18. Jahrhundert. Damals arbeiteten viele Engländer als Haushälterinnen oder Diener für reiche Leute auswärts. Diese hatten am 'Mothering Sunday’ ihren einzigen freien Tag; und so benützten sie diesen, um ihre Mutter zu besuchen. Unterwegs nach Hause pflückte man Wildblumen oder Veilchen und brachte sie der Mutter als kleine Gabe mit. Mit Anbruch des Industriezeitalters ging dieser Brauch allerdings verloren.
Dafür, dass die Idee eines Ehrentags für Mütter dann doch nicht ganz verloren ging, sorgten US-Amerikanerinnen. Ob es Zufall ist, dass diese angelsächsische Namen hatten und ob also ihre eingewanderten Vorfahren den Brauch des 'Mothering Sunday’ eventuell mündlich weitergaben, bleibe dahingestellt. Strittig ist allerdings, welcher der Frauen die Ehre zufällt, den Muttertag eingeführt zu haben.
Die einen nennen fälschlicherweise Julia Ward Howe. 1872 forderte die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin in den USA nämlich einen nationalen Muttertag. Dieser sollte allerdings nicht die Mütter ehren, sondern sie – in Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs – zu einer Art 'Anti-Kriegs-Bewegung’ formieren: Julia Ward Howe wollte die Mütter dazu bringen, sich gegen den Krieg einzusetzen, damit keine weiteren Menschenleben mehr geopfert würden.
Die erste, die in den USA einen Muttertag zu Ehren der Mütter forderte, war also wahrscheinlich Mary Towles Sasseen Wilson aus Henderson (Kentucky). Sie war als Lehrerin tätig und setzte sich dafür ein, dass in den Schulen ein Muttertag eingeführt würde. An der Schule, an der sie tätig war, gelang ihr das 1887; und die Stadt Springfield in Ohio führte 1894 den Muttertag für kurze Zeit sogar an allen Schulen ein. 1893 publizierte Mary Towles Sasseen Wilson zudem ein Buch über den Gedanken eines Muttertags und widmete es ihrer verstorbenen Mutter. – Der Durchbruch blieb ihr allerdings verwehrt. Und als Mary Towles Sasseen Wilson 1906 starb, geriet der Muttertag wieder in Vergessenheit.
Dass der Muttertag dann aber doch noch eingeführt wurde, verdanken wir wahrscheinlich der Ausdauer von Ann Jarvis. Diese forderte zu Beginn des 20. Jh. einen Gedenktag für alle Mütter. Mit einem Brieffeldzug versuchte sie, den Bürgermeister ihres Wohnorts, dann aber auch Gouverneure, Abgeordnete und Industrielle für ihre Idee zu begeistern … und hatte Erfolg: 1909 wurde der Muttertag in 45 Bundesstaaten gefeiert, 1914 wurde er vom Kongress zum offiziellen Feiertag erklärt, und noch im gleichen Jahr kam er dann nach England, wo vor allem die Heilsarmee half, ihn durchzusetzen. Diese war es auch, die den Muttertag auf den europäischen Kontinent brachte, wobei der Zusammenschluss führender Blumenfachgeschäfte zur weltweit tätigen Fleurop-Interflora das Schenken von Blumen – selbst über weite Distanzen – wesentlich erleichterte.
Wer hätte das gedacht: Die Rose ist nicht nur am Valentinstag die Meistgeliebte unter den Blumen. Auch an Muttertag steht sie an erster Stelle auf der Beliebtheitsskala. Wer ihre Symbolik kennt, ist indes nicht erstaunt. Denn die Rose steht nicht nur für Liebe, sondern ist auch Sinnbild der Frau.
Schon früh war die Rose ihrer grossen Schönheit wegen begehrt, und bereits
600 v. Chr. prägte die griechische Lyrikerin Sappho den Begriff 'Königin der Blumen’. Kein Wunder, wurde sie den Liebesgöttinnen Aphrodite und Venus zugeordnet … und deshalb wurde sie zum Symbol der Liebe und später zum Sinnbild der Frau. In der Antike jedenfalls genoss die Rose grosse Bedeutung.
Die ersten, die den Rosenanbau förderten, waren die Alten Griechen. Aber die Ägypter und die römischen Kaiser waren es, die den Rosenkult ad absurdum führten: Man badete in Rosenwasser, goss sich Rosenöl über den ganzen Körper, wandelte auf Rosenteppichen, ass Rosen-Desserts und trank Wein, auf dem Rosenblätter schwammen. Beim historischen Zusammentreffen von Cleopatra mit ihrem späteren Liebhaber Antonius sei der Rosenteppich über 30 cm dick gewesen, munkelt man; und beim römischen Kaiser Nero mussten selbst dann Rosenblätter gestreut werden, wenn er am Strand von Neapel spazieren ging. In seinem Goldenen Haus auf dem Esquilin liess er jeweils Rosenblätter oder Rosenparfum von der Decke rieseln. Und hundertfünfzig Jahre nach Nero ging Kaiser Heliogabalus gar so weit, dass er eine wahre Sintflut von Rosenblättern auf seine Gäste niedergehen liess. Die Gäste hatten eben noch Zeit, diese neue Extravaganz zu beklatschen, bevor sie in den Blüten erstickten.
Nun, so weit geht man heute nicht mehr. Aber fest steht, dass die Rose an Beliebtheit nichts eingebüsst hat und an erster Stelle auf der Beliebtheitsskala steht. Das gilt auch für den Muttertag. Farben? Laut Fleurop ist Rot auch an Muttertag 'in’; dann aber auch pastellene Töne, bunte Sträusse sowie Bouquets mit duftenden Rosen.
Nicht zuletzt sind auch Rosen mit dem Fairtrade-Label von Max Havelaar ein Thema. Denn Mütter sind verantwortungsvolle Konsumentinnen und freuen sich darüber, wenn die Rosen, die sie erhalten, auch Müttern in Entwicklungsländern zu einem besseren Leben verhelfen.
Apropos Rosen- oder andere Sträusse: Wer seine Mutter mit einem liebevoll zusammengestellten Strauss überraschen will, kann diesen nicht nur im Blumenfachgeschäft kaufen, sondern auch via Telefon 0800 870 870 oder www.Fleurop.ch ordern. Bestellungen, die am Samstag, 13. Mai, bis 16.00 Uhr eintreffen, werden noch gleichentags überbracht.
Rosen stehen für …
Die 'Königin der Blumen’ ist symbolträchtig wie kaum eine andere Blume:
• In der Antike galt die Rose als Blume der Liebesgöttinnen Aphrodite und Venus und war somit Symbol der Liebe und Schönheit sowie Sinnbild der Frau.
• Die fünfteilige Blütenanordnung symbolisiert das Pentagramm und damit das Geheimnis. Deshalb gilt die Rose seit uralten Zeiten als Symbol der Verschwiegenheit.
• In der Alchemie galt die Rose als Blume der Weisheit und als Bild des klaren Geistes.
• Ausserdem ist die Rose seit dem Streik von 14'000 Textilarbeiter/Innen von 1912 in den USA ein Symbol der Arbeiterbewegung. Damals lautete das Motto 'Brot und Rosen’. Deshalb wird sie von vielen sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien und Verbänden im Logo verwendet.
• In der Freimaurerei steht das Symbol der Rose für Liebe, Licht und Leben.