Das Osterei
Das Ei gilt als Sinnbild des werdenden Lebens. Das österliche Eieressen ist aber wohl nicht darauf zurückzuführen. Der Grund dafür war die im 7. Jh. eingeführte Fastenzeit, während der man weder Fleisch noch Eier essen durfte. Da man nämlich die Hennen schlecht dazu bringen konnte, während der Fastenzeit keine Eier zu legen, kam es bis Ostern zu einem Eier-Überschuss. Um diese haltbar zu machen, kochte man sie in der Fastenzeit. Am Gründonnerstag verwendete man einen Teil davon zur Bezahlung der Zinsen an den Lehnherrn, andere liess man am Ostersonntag in der Kirche segnen. Um die gesegneten von den ungesegneten Eiern zu unterscheiden, färbte man sie ein. Das oft verwendete Rot galt dabei als Urfarbe für das Blut Christi.
Das buntbemalte Osterei wird tradtionell an Ostern verschenkt. Der Osterhase ist der Überbringer der hartgekochten, buntbemalten Eier. Er versteckt die Ostereier traditionell im Garten, wo sie von den Kindern am Ostersonntag gesucht werden.
Heute werden buntbemalte Eier tradtionell an Ostern verschenkt. Der Osterhase ist der Überbringer der hartgekochten, buntbemalten Eier. Er versteckt die Ostereier im Garten, wo sie von den Kindern am Ostersonntag gesucht werden.
Auch Palmzweige und Palmkätzchen werden traditionell mit kunstvoll bemalten, ausgeblasenen Eiern geschmückt und verwandeltn sich so in einen dekorativen Osterstrauß. Kunsthandwerklich gestaltete Eier werden ebenfalls als Dekoration im Osternest verwendet.
Ostereier mit Naturfarben aus dem Garten färben
Der schöne Brauch, gekochte wie auch ausgeblasene Eier zu verzieren und zu färben, macht nicht nur Kindern Spaß. Besonders faszinierend ist es, wenn die Farbstoffe aus der Natur und aus dem eigenen Garten stammen und selbst gewonnen werden. Die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie stellen Ihnen Färbepflanzen vor.
Fast jeder kennt das Färben der Eier in einem Zwiebelschalensud. Nach einer halbstündigen Kochzeit brauner oder roter Zwiebelschalen in ausreichend Wasser entsteht ein Farbbad. Die gekochten und ausgeblasenen Eier färben sich im heißen Sud nach etwa fünf bis acht Minuten. Im erkalteten Sud wird erst nach längerer Liegezeit (über eine halbe Stunde) ein Ergebnis erkennbar. Die Farbschattierungen variieren je nach Zwiebelfarbe und Färbezeit von gelb bis rotbraun.
Auch viele Blüten, Blätter und Beeren von Gartenpflanzen enthalten Farbstoffe. Jetzt im Frühjahr können getrocknete Pflanzenteile verwendet werden. Sie werden mehrere Stunden eingeweicht. Nach einer anschließenden Kochzeit von einer halben bis ganzen Stunde ist der Farbsud fertig. Nach dem Abseihen kann er zum Einsatz kommen.
Die Blüten der echten und der unechten Kamille ergeben ein schönes Gelb auf weißen Eiern. Zarte Gelbtöne liefern die Blüten der Schafgarbe, des Odermennigs und der Ringelblume. Malvenblüten, rote Stockrosen, schwarze Johannisbeeren und Aronia (Apfelbeere) färben in unterschiedlichem Rot bis Violett.
Selbst Kräuter wie Weinraute, Petersilie, Wermut und Ysop enthalten noch genügend Farbstoffe. Auch unter den Wildkräutern finden sich viele Färbepflanzen wie Brennnessel und Schachtelhalm.
Mit dem Laub des Ahorns, der Birke, des Apfels, des Haselnussstrauchs oder des Holunders lassen sich gelbe bis rötliche Farbtöne auf den ausgeblasenen Eiern erzielen.
Karotten, Spinat, Rotkohl und Rote Bete bringen schöne Farbspiele hervor. Das Gemüse muss nicht eingeweicht werden. Schon nach einer Kochzeit von einer halben Stunde kann das Färben beginnen.
Viele Wurzeln, Rinden und Hölzer enthalten ebenfalls Farbstoffe. Zerkleinerte Stücke werden ein bis zwei Tage eingeweicht und mindestens 30 Minuten gekocht. Apfel- und Birkenrinde ergeben einen rötlichen Farbton, Eichenrinde färbt braun.
Mit Zusätzen können Sie die Farbwirkung und -entwicklung beeinflussen. Durch Alaun (erhältlich in Apotheken und Drogerien) werden die Farben meist intensiver. Man gibt dazu einen Teelöffel Alaun auf ein bis zwei Liter des Sudes. Pottasche steigert gelbe Farben, während andere rötlicher werden. Hellere Farben entstehen durch die Zugabe von Essig.
Naturfarben bieten ungeahnte Möglichkeiten. Im Laufe des Gartenjahres können viele Färbepflanzen gesammelt und getrocknet werden. Essbare Beeren, Kräuter und Gemüse sind bedenkenlos als Färbepflanzen für gekochte Eier einsetzbar. Bei anderen Pflanzenfarben sollten Sie Vorsicht walten lassen. Nehmen Sie diese ausschließlich für ausgeblasene Eier. Seien Sie ruhig experimentierfreudig und probieren Sie weitere Pflanzen zum Färben aus, aber verwenden Sie nur solche, von denen bekannt ist, dass sich nicht giftig sind.
Übrigens: die Farben verblassen, wenn Ihre Eierkreationen in der Sonne liegen. Bewahren Sie Ihre ausgeblasenen Eier nach der Osterzeit dunkel auf.
Wie lange sind gekochte Ostereier haltbar?
Bunte Eier gehören zu Ostern einfach dazu. Wichtig für die Haltbarkeit: Die Schale sollte unversehrt und möglichst glatt sein, die Garzeit der Eier je nach Größe und Ausgangstemperatur 10 bis 12 Minuten betragen. Die gängige Praxis, Eier mit kaltem Wasser abzuschrecken, beeinflusst entscheidend die Haltbarkeit: Hartgekochte Eier, die nicht kalt abgeschreckt werden, sind bei Raumtemperatur ca. 10 Tage lagerfähig; Eier, die abgeschreckt werden, dagegen höchstens zwei bis drei Tage. Letztere sind daher besser im Kühlschrank aufgehoben. Dort sind sie bei fünf Grad Celsius bis zu einer Woche haltbar. Der Grund für den Unterschied: Beim Kochen wird das Ei-Oberhäutchen, ein natürlicher Selbstschutz des Eies, zerstört. Dieses umgibt das Ei außen auf der Schale. Daher sollte man frische Eier auch nicht waschen. Denn mit dem Wasser können durch die poröse Eierschale Keime eindringen und das Ei schneller verderben. Auch lassen sich abgeschreckte Eier nicht besser schälen. Hier kommt es vielmehr auf die Frische an: 14 Tage gereifte Eier lassen sich viel besser pellen als legefrische. Im Lebensmittelhandel erhältliche bunte Eier sind entsprechend dem aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatum verwendbar, da die aufgebrachte Farbe die poröse Eierschale verschließt. (CMA)