
Foto: Aquadrom
Sport im Wasser ist ein besonders effektives und dabei sanftes Ganzkörpertraining. Schwimmen und Aquafitness eignen sich ganz besonders bei Rücken- oder Gelenkbeschwerden.
Im Wasser wird der Körper fast schwerelos, der Auftrieb des Wassers entlastet den Bewegungsapparat von seiner normalen Haltearbeit gegen die Schwerkraft. Schwimmen und Aquafitness eignen sich deshalb ganz besonders bei Rücken- oder Gelenkbeschwerden, Sport im Wasser ist aber auch ein besonders effektives und dabei sanftes Ganzkörpertraining.
Die klassische Aquafitness: Schwimmen
Wer einmal schwimmen gelernt hat, kann sich damit bis ins hohe Lebensalter fit halten. Schwimmen verbessert die Ausdauer, stärkt Herz und Kreislauf und trainiert die Muskeln der Rumpfmuskulatur, der Arme und Beine.
Jeder Schwimmer sollte auf die richtige Technik achten; wer zum Beispiel Probleme mit der Halswirbelsäule hat, sollte statt Brustschwimmen mit erhobenem Kopf dem Rückenschwimmen oder Kraulen den Vorzug geben. Insbesondere die Kraultechnik will jedoch beherrscht sein. Wer sich für das Schwimmen als regelmäßigen Ausdauersport entschieden hat, tut deshalb gut daran, einen Schwimmkurs zu besuchen, um die eigene Technik zu verbessern und so auch die Freude am Schwimmen zu erhöhen.
Aquasportarten
Neben dem Schwimmen wird mittlerweile "Aquasport" in den unterschiedlichsten Varianten angeboten. Gymnastik oder "Laufen" im Wasser ist ein sehr effektives Ganzkörpertraining, das die Gelenke kaum belastet.
- Von einer Schwimmweste oder einem Schwimmgürtel getragen, bewegt man sich beim Aquajogging aufrecht und mit Laufbewegungen im tiefen Wasser voran.
- Beim Aquawalking bleiben die Füße dagegen am Beckenboden, das Wasser reicht nur ungefähr bis zur Brust.
- Aquagymnastik bezeichnet Gymnastik- oder Aerobic-Übungen zu flotter Musik im flachen oder tiefen Wasser.
- Aquarobic und Aquastep sind die "Wasserversionen" von Aerobic und Step, die normalerweise in der Gruppe im Fitness-Studio trainiert werden.
- Eher gemütlich geht es dagegen beim asiatischen Aqua-Qi-Gong zu.
Gesundes Wasservergnügen
Beim Aquasport kommen Herz und Kreislauf optimal auf Touren. Durch die kühle Umgebungstemperatur werden die Gefäße trainiert, die Massagewirkung des Wassers fördert die Durchblutung. Aquagymnastik verbessert die allgemeine Beweglichkeit, aber auch die Bewegungsharmonie und die Koordination.
Aquasport ist ein sehr wirkungsvolles Training der Ausdauer. Um die Fitness zu verbessern, sind besonders Übungen im tiefen Wasser sinnvoll. Je schneller die Bewegungen, desto mehr Kraft fordert der Wasserwiderstand. Jeder kann die Trainingsintensität einfach und individuell steigern: Je schneller das Workout, desto mehr Kraft ist nötig. Um alle Muskelgruppen zu kräftigen, kommen teilweise auch Spezialhanteln und Gewichtsmanschetten zum Einsatz. Das Wasser darf beim flotten Aquasport nicht zu warm sein.
Aquasport lässt Pfunde schmelzen
Egal ob Schwimmen, Aquajogging oder Aquastep - sämtliche Aktivitäten im oder unter Wasser eignen sich für alle, die etliche Pfunde zuviel auf den Rippen haben. Während das Joggen auf festem Boden bei Übergewichtigen die Gelenke zu sehr strapaziert, werden sie beim Aquajogging oder -walking durch den Wasserauftrieb optimal entlastet. Das Wasser-Workout ist außerdem ein sehr wirksamer Fett-Killer, weil durch die Bewegung im kühlen Wasser viele Kalorien verbraucht werden.
Auch für übergewichtige Kinder ist Aquasport bestens geeignet, denn das Wasser nimmt ihnen die Last ihres Gewichts, und sie können sich fühlen wie ein Fisch im Wasser. Ohne Angst, nicht mithalten zu können, gelingt es ihnen besser, wieder Spaß an Bewegung zu bekommen und Gewicht abzubauen. Zudem ist der Spaßfaktor sehr hoch: Durch die geschmeidigen Bewegungen und das Schweben im Wasser stellt sich ein wunderbares Körpergefühl und wohlige Entspannung ein.
Aquasport für alle
Für Aquasport gibt es - außer bei akuten Erkrankungen (Erkältung, Hauterkrankung und so weiter) - praktisch keine Einschränkungen: Der Wasserauftrieb und die steuerbare Belastungsintensität machen ihn vielmehr zu einem idealen Training bei Beschwerden am Bewegungsapparat, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Venenleiden, Gewebeschwäche, Asthma sowie für Schwangere, Ältere, Untrainierte und Übergewichtige.
Aquagymnastik ist speziell bei Gelenk- und Wirbelsäulenproblemen ideal, weil sie die Beweglichkeit der Gelenke unbelastet vom Körpergewicht besonders schonend fördert: Im Wasser wiegt der Körper nur ein Zehntel soviel wie auf dem Trockenen.
Aquagymnastik eignet sich auch hervorragend zum Regenerationstraining nach Verletzungen, um die Muskulatur fit zu halten, wenn der Stützapparat noch kein normales Training zulässt. Aufgrund ihrer vielfältigen günstigen Wirkungen ist sie fester Bestandteil der Rehabilitationstherapie vor allem bei Patienten mit Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparats, mit Rheuma, Osteoporose oder starkem Übergewicht. Denn langsame Bewegung im warmen Wasser ist auch Menschen möglich, die ansonsten in ihrer Beweglichkeit stark eingeschränkt sind.
TKK/ Sabine Keller, Deutscher Sportärztebund, Deutscher Wellness Verband,
Fit mit der Aquanudel
Alle, die sich gerne im Wasser fit halten, finden hier eine praktische Anleitung über effektives Training.
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