Reizvolle Landschaft zwischen Rhein und Odenwald
Zwischen Rhein und Odenwald erstreckt sich eine außerordentlich reizvolle Landschaft mit einem Reichtum an Tier- und Pflanzenarten. Hier findet man Kleinode wie der beispielsweise den „Griesheimer Bruch“, die „Altneckarlachen“ und das Pfungstädter Moor, die als Natur und Vogelschutzgebiete ausgewiesen sind.
Der „Griesheimer Bruch“ charakteristisch durch seine Niedermoorgebiet beherbergt eine bedrohte Pflanzenarten und seltene Vögel.
Das Pfungstädter Moor zählt mit 97 ha zu einem der größten Naturschutzgebiete Südhessens. Hier findet man Bruchwälder, Hochstaudenflure, Feuchtgrünland und Tümpel. Viele seltene Pflanzen- und Tierarten sind hier zu Hause.
Im Gebiet Altneckarlachen von Alsabach, Hähnlein und Bickenbach befinden sich wertvolle und seltene Feuchtbiotope, die seltenen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum bieten.
Im Hessischen Ried mit seinen Vogelschutzgebiet„ Hessische Altneckarschlingen“ befinden sich Feuchtbiotope mit einer bedeutenden Pflanzen- und Tier-Vielfalt
Die Sandgebiete im Landkreis Darmstadt-Dieburg bieten Lebensräume für viele gefährdete Tier-und Pflanzenarten, sich an die Trockenheit und sandigen Böden angepasst haben. So findet man beispielsweise seltene Steppenbienen, charakterisctische Vogelarten wie der Ziegenmelker oder gefährdete Pflanzenarten wie beispielsweise die Sanddünen findet man hauptsächlich entlang der Bergstrasse
Zum Schutze dieser kostbaren Naturräume gibt es umfangreiche Aktivitäten. Ein vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Erprobungs-und Entwicklungs-Projekt „Ried und Sand“ versucht. die Ried- und Sandlebensräume durch neuartigen Beweidungskonzepte zu sichern
Der August Euler Flugplatz im Griesheimer Sand steht unter Naturschutz
(Ein Bericht der TU-Darmstadt)
Wo Wolfsmilchschwärmer und Wildbienen sich wohl fühlen:
Luftfahrt, Natur- und Artenschutz vertragen sich nicht – meint man. Wer aber genau hinsieht auf dem August- Euler-Flugplatz auf dem Griesheimer Sand, wird sehen: Hier ist das Gegenteil
der Fall.
Auf dem Griesheimer Sand leben Arten, die vom Aussterben bedroht sind wie der Steinschmätzer, von dem es in Hessen nur noch etwa 30 Brutpaare gibt.
Auch Insekten, die sonst in Deutschland nur selten zu finden sind, leben dort. Ein Beispiel ist der Wolfsmilchschwärmer, ein nachtaktiver Falter, dessen Vorkommen auf dem Griesheimer Sand zu den größten in Hessen zählt. Es ist auffallend, wie viele gefährdete Arten es in dem Gebiet gibt: Allein ein Drittel der 100 dort erfassten Vogelarten sind gefährdet. Von den 162 nachgewiesenen Großschmetterlingsarten stehen acht auf der Roten Liste Deutschland, weitere acht auf der Vorwarnliste. Von 104 gezählten Wildbienenarten sind 51 gefährdet, wie zum Beispiel die Steppenbiene.
Vielfältig ist auch die Pflanzenwelt auf dem Flugplatz: Grasnelkenrasen wachsen hier und die stark gefährdeten Blauschillergras-Fluren, die hauptsächlich in der russischen Steppe vorkommen. 23 von mehr als 200 nachgewiesenen Pflanzenarten sind gefährdet. Dass sich derart viele seltene Arten dort ansiedeln, liegt an den Gegebenheiten des Geländes. Der Flugplatz gehört zum Gebiet des „Griesheimer Sandes“, der hauptsächlich aus kalkreichen Sanden besteht. Ein trockener, nährstoffarmer und rarer Naturraum. Doch diesen brauchen die dort heimischen Arten, um zu überleben. Die an solche Naturräume angepassten Spezialisten werden in anderen Lebensräumen von konkurrenzstärkeren Arten verdrängt.
Wegen seines naturräumlichen Seltenheitswerts und seiner Artenvielfalt wurde das Gelände als Fauna-Flora-Habitat-Lebensraum eingestuft und in das Schutzgebiete-Netz „Natura 2000“ der EU aufgenommen.
Doch durch die Umwandlung von Sandstandorten in landwirtschaftliche Flächen, durch die Zersiedelung der Landschaft und den Rückgang der Wanderschäferei
drohen die Darmstädter Sandgebiete zu verinseln. Das führt dazu,
dass die Populationen mit der Zeit genetisch verarmen.
Um dem entgegenzuwirken, werden die Bestände mit einem speziell ausgearbeiteten Pflegemanagement bewirtschaft. In dem Projekt „Ried und Sand – Biotopverbund und Restitution durch extensive Landbewirtschaftung“ beweidet eine Schafherde für kurze Zeit bestimmte Gebiete. So werden konkurrenzstarke Pflanzen zurückgedrängt, so dass auch kleinwüchsige
Arten eine Chance haben. Zudem werden die Schafe zwischen verschiedenen Flächen hin- und hergetrieben, was dazu führt, dass Pflanzensamen und Insekten, die sich in der Wolle der Tiere verfangen haben, mit ihnen in ein anderes Gebiet gelangen, zu Boden fallen und sich ansiedeln. Oder sie wandern im Bauch des Tieres mit zur nächsten Fläche, wo sie wieder ausgeschieden werden.
Durch diesen Austausch soll die genetische Vielfalt in den Gebieten aufgefrischt und erhöht werden. Ein entscheidender Prozess, um den Fortbestand dieser speziellen Sandökosysteme künftig zu sichern. Die Schafbeweidung ist Teil eines Konzeptes zur Beweidung von Sand- und Riedstandorten im Gebiet Darmstadt-Dieburg und Darmstadt, das vom Landkreis Darmstadt-Dieburg geleitet und durch das Bundesamt für Naturschutz und das BMU finanziell gefördert wird. Der Fachbereich Biologie der TU Darmstadt begleitet das Projekt wissenschaftlich. Andrea Stütz
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