Die Kriminalpolizei empfiehlt Sicherheitskurse, in denen neben Selbstverteidigungstechniken auch die psychologische Komponente berücksichtigt wird. Basierend auf der seit fast 30 Jahren erfolgreichen WSD-Frauenselbstverteidigung gibt es auch spezielle Kurse für Teenys. In einem Grundkurs von 4 Unterrichtseinheiten lernen Mädchen (11 - 15 Jahre) und Jungen (11 - 13 Jahre), wie im Ernstfall zu reagieren ist.
Neben wirkungsvollen Verteidigungstechniken steht ein spezielles Selbstbehauptungstraining im Vordergrund. Hier werden die Bedeutung der Körpersprache und der richtige Einsatz verbaler Mittel gelernt. Gefahrensituationen sollen möglichst schon im Anfangsstadium, d. h. ohne Einsatz körperlicher Techniken bewältigt werden. Denn selbstbewusstes Auftreten, so die Kriminalpsychologen, schreckt Sexualtäter erfahrungsgemäß bereits im Vorfeld ab.
Mit Körpersprache Signale setzen
In Rollenspielen lernen die Jungendlichen sich verbal abzugrenzen, Körpersprache gezielt einzusetzen und kritischen Situationen auszuweichen. Direkten Blickkontakt mit anderen Menschen zu halten ist eine Anfangsübung im WSD-Kurs für Teenys. Die Trainerin erarbeitet mit den Schülerinnen und Schülern, wie sie mit Hilfe der Körpersprache deutliche Signale und Grenzen setzen können. In allen kritischen Situationen sofort ein klares und deutliches NEIN. Durch die Kombination von Selbstbehauptungs-Übungen und der speziellen WSD-Abwehr wird ein optimales Reagieren möglich. Das Einüben der Ellbogenschläge, Kniestöße und Fußtritte gibt den Teenys Gewissheit, dass sie sich im Notfall wirkungsvoll selbst verteidigen können. Mit diesem Wissen ist couragiertes Auftreten möglich.
Nicht nur Mädchen, sondern gerade auch Jungen fällt es schwer, sich zu behaupten. Durch die erhöhte Gewaltbereitschaft gegenüber Jugendlichen und vor allem auch an Schulen, wird es daher immer wichtiger, ein hohes Selbstvertrauen zu entwickeln. Jugendliche, die ihre eigenen Bedürfnisse nicht artikulieren können, die auf vermeintlich überlegene Kinder und Erwachsene in ihrer Umgebung mit Rückzug reagieren, neigen eher dazu Opfer zu werden, als Jugendliche mit einem hohen Sicherheitsgefühl und Selbstvertrauen.
Und genau hier setzen WSD Sicherheitskurse sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen an.
So werden konkrete Verhaltensweisen trainiert, wie man in unangenehmen Situationen richtig reagiert bzw. diese durch Erkennen von Signalen bereits im Vorfeld vermeiden kann. Des Weiteren werden Wege aufgezeigt, Konflikte konstruktiv statt aggressiv zu lösen. WSD Sicherheitskurse dienen der Gewaltprävention und lehren eigene Grenzen wahrzunehmen, diese deutlich zu machen und zu behaupten. Die eigenen Handlungsmöglichkeiten und Stärken sollen erkannt und gezielt entwickelt werden. Die Teenys erfahren in den WSD-Kursen eine positive Selbstwahrnehmung und erhöhen damit auch ihre Selbstsicherheit. Letztendlich fördern diese pädagogischen Kurse auch die Persönlichkeitsentwicklung und -entfaltung.
Um ihr soziales Engagement zu belegen, haben die WSD-Trainerinnen und -Trainer 2003 den gemeinnützigen Verein WSD Pro Child e.V. gegründet, und lassen diesem von jedem Teilnehmer der WSD-Sicherheitskurse 5.- Euro zukommen. Diese Einnahmen fließen zu 100 % in diverse Hilfsprojekte. So wurden beispielsweise das Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. bei ihrem Projekt „Pro Kids - Peace Portal“ finanziell unterstützt. Weitere Finanzmittel kamen dem Projekt „Notinsel“ der Stiftung Hänsel + Gretel zugute. Der Weiße Ring e.V. erhielt ebenso Zuwendungen wie auch das Projekt „Kinder in Not“. Zur Unterstützung sozial schwacher Familien wurde ein Fonds eingerichtet, der es Kindern ermöglicht, an einem WSD-Training teilzunehmen.
Eltern, die sich für die verschiedenen altersspezifischen WSD-Sicherheitskurse interessieren, erhalten nähere Informationen unter der Homepage: www.wsd-pro-child.de