
Eine Stunde vor oder zurück? Seit 1980 werden die Uhren umgestellt, doch die wenigsten wissen auf Anhieb, wann ihnen eine Stunde „geschenkt“ oder „geklaut“ wird. Jetzt im Frühjahr ist es „eine Stunde weniger“; die Uhren werden eine Stunde vorgestellt. Das hört sich wenig dramatisch an, ist es für die meisten Menschen auch. Doch Säuglinge und Kinder sind besonders betroffen, da sich ihr Organismus mit der Anpassung an Zeitumstellungen meist schwerer tut.
„Zum einen hat sich die Ausschüttung des Hormons Melatonin noch nicht umgestellt“, erklärt DAK-Ärztin Dr. Cordula Sohst-Brennenstuhl. „Zum anderen sind Blutdruck und Pulsfrequenz noch im Dunkel-Rhythmus.“ Die Folge: Übermüdung und Schlappheit am Morgen, die Kleinen kommen nur schwer aus den Federn. Abends dagegen fühlen sie sich fit, obwohl es 20 Uhr und normalerweise Schlafenszeit ist. Aber ihre innere Uhr weiß: Es ist erst 19 Uhr. „Der Tag-Nacht-Rhythmus ist durcheinander“, sagt Dr. Sohst-Brennenstuhl. „Es braucht ein paar Tage, bis sich die Kleinen an die neue Zeit gewöhnt haben.“
Um den richtigen Rhythmus wiederzufinden und die nötige Bettschwere bei den Kleinen hervorzurufen, rät Dr. Sohst-Brennenstuhl: „Machen Sie mit den Kindern am Nachmittag einen Spaziergang an der frischen Luft. Bewegung und Sauerstoff machen müde.“ Die DAK-Expertin rät außerdem, auf schwere Mahlzeiten am Abend zu verzichten. Denn mit einem vollen Magen schläft es sich schlechter. Auch ein warmes Kräuterbad und ein Glas mit warmer Milch und Honig entspannt die Kleinen und fördert den Schlaf.