Wie feiern wir heute Ostern?
Der Ostersonntag fällt immer auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach derFrühling-Tag und Nachtgleiche. Im vereinten Europa wird Ostern allerdings recht unterschiedlich begangen. Während die Italiener mit Familie und Freunden ins Grüne fahren und beim Picknick traditionelle Osterspeisen verzehren, finden in den meisten spanischen Städten in der Karwoche statt. Weltberühmt ist die prachtvolle Karfreitagsprozession in Sevilla, eine Nachstellung des Kreuzwegs Jesu in Jerusalem. In Wales hingegen ziehen die Waliser am Ostermontag vor Sonnenaufgang auf einen nahe gelegenen Hügel und begrüßen die Sonne mit Tänzen. Sportlich begabte Landsleute schlagen gemäß eines alten Brauches drei Purzelbäume. Mögen sich die europäischen Nachbarn in unseren Augen recht kurios zwischen Picknick, Prozession und Purzelbäumen bewegen, so stellt sich doch die Frage: Wie feiern wir eigentlich Ostern?
In Deutschland verstecken Horden imaginärer Osterhasen kleine Schokoebenbilder, Schokoeier, Schokoküken oder buntgefärbte Hühnereier, die dann von den durchschnittlich 1,4 Kindern pro deutscher Familie gesucht werden müssen. Ostereier und Osterhase gelten als Symbol für Ostern. Übrigens: zu Ostern essen die Deutschen die meiste Schokolade. Das Statistische Bundesamt hat herausgefunden, dass der Schoko-Konsum im Ostermonat April pro Haushalt durchschnittlich ein Kilo betragen kann – rund 50 Prozent mehr als in anderen Monaten. Weitaus weniger merkwürdig, aber nicht minder traditionsreich ist die Tatsache, dass deutsche Wohnungen alljährlich zum Osterfest österlich herausgeputzt werden. Neben all dem Hasen-Eier-Küken-Federn-Krimskrams sind frische Blumen und Zweige ein unbedingtes Muss.
Ganz egal ob sonnengelbe Forsythien, strahlende Osterglocken, bunte Tulpen, offenherzige Anemonen, edle Lilien oder pomponförmige Ranunkeln – auf Blumen als Zeichen der sich regenden Natur wollen wir nicht verzichten. Sie gehören einfach dazu wie der Becher zum Ei oder der Löffel zum Hasen. Und der Fantasie beim Dekorieren und Kombinieren sind keine Grenzen gesetzt. Ministräuße aus Viburnum, Muscari und Ranunkeln in einer Schale mit Gänseeiern sehen ebenso schnuckelig aus wie ein verspieltes Sträußchen Narzissen in einem Sisalkragen oder niedliche Gänseeiervasen gefüllt mit Miniaturtulpensträußen in einem Nest aus Weidenzweigen.
Übrigens: Das Blumen-Schenken an Ostern entwickelte sich laut Fleurop ebenfalls vor langer Zeit. Dieser Brauch hiess Ostergruss, und gemeint war damit die Tradition, bei Freunden und Bekannten vorbeizugehen, ihnen schöne Ostern zu wünschen und Osterglocken vorbeizubringen