Sonnen ohne Reue: Der richtige Sonnenschutz 

Ein schöner warmer Tag lockt ins Freie. In Maßen genossen, ist Sonne gesund und hellt die Stimmung auf. Es gilt an den Stränden von Binz und Borkum ebenso wie in Rimini und Rio de Janeiro: Wer sich länger im Freien aufhält, muss seine Haut vor der schädlichen UV-Strahlen schützen. Besonders Menschen mit sonnenempfindlicher Haut und kleine Kinder sollten sich gut vor zu viel Sonneschützen, um einen Sonnenbrand und damit Hautschäden zu vermeiden. Neben Sonnenschutzmitteln sind auch langärmelige Kleidung und eine Kopfbedeckung empfehlenswert.  

 

 

Sonnenschutz, Sonnen ohne Reue
Kinder sollten während der Mittagszeit die Sonne meiden und sich im Schatten aufhalten. Sie sollten mit einer Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt werden. Wichtig ist auch, dass sie zum Schutz vor der UVStrahlung eine Kopfbedeckung und luftige Kleidung tragen.

Sonne tanken ohne Reue 

Für viele Menschen ist das Sonnenbad ein Genuss. Auch dem Körper tun die Sonnenstrahlen gut: Sie regen die Atmung, den Stoffwechsel und die Durchblutung an. Die Produktion von Glückshormonen und Vitamin A wird erhöht. Doch das Sonnenbad hat auch seine Schattenseiten. Die langwelligen sogenannten UV-A-Strahlen können zu einer vorzeitigen Hautalterung führen, die kurzwelligen UV-B-Strahlen Sonnenbrände verursachen. Im schlimmsten Fall kann diese ultraviolette Strahlung Hautkrebs erzeugen. Für den Schutz der Haut gibt eseine große Palette unterschiedlicher Sonnenschutzmittel,  von Cremes und Ölen über Sprays bis hin zu Gels. Sie unterscheiden sich sowohl in ihrer Konsistenz als auch im Lichtschutzfaktor.

Lichtschutzfaktor je nach Hauttyp
Unterschiedliche Hauttypen benötigen Hautschutzmittel mit unterschiedlichen Lichtschutzfaktoren. Dieser gibt an, um wie viel länger sich ein Mensch mit dem jeweiligen Sonnenschutz im Freien aufhalten kann ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, als er es ohne Schutz tun könnte. Helle Haut kann sich schlechter vor UV-Bestrahlung schützen und braucht daher einen hohen Lichtschutzfaktor von über 30. Menschen mit dunkler oder vorgebräunter Haut reicht zumeist ein mittlerer Lichtschutzfaktor von etwa 20. Die gut sichtbar auf den Produkten aufgedruckte Zahl bezieht sich immer auf den Schutz vor UV-B-Strahlen. Seit 2007 gibt ein spezielles Logo auf den Verpackungen auch den Schutz vor UV-A-Strahlung an.

Sonnenschutzmittel können auf zwei Arten wirken
chemisch oder physikalisch. Chemisch wirkende Sonnenschutzcremes nehmen die Sonnenstrahlen auf und wandeln sie in Wärme um. Diese Mitte sollten etwa 30 Minuten vor dem Sonnenbad aufgetragen werden. Physikalisch wirkende Sonnenschutzmittel reflektieren die Sonnenstrahlen wie winzige Spiegel. Sie bleiben an der Hautoberfläche und gelangen nicht in den Körper. Sie wirken sofort nach dem Auftragen und eignen sich besonders für Kinder oder für Menschen, die gegen chemische Mittel allergisch sind.

Sonnenmilch eignet sich für alle Hauttypen
 
"Die Verträglichkeit von Sonnenschutzmitteln ist individuell unterschiedlich", erklärt AOK-Arzt Egger. "Deshalb sollte man im Vorfeld ausprobieren, welche Präparate man am besten verträgt." Dafür gibt es bestimmte Anhaltspunkte: Sonnenmilch eignet sich für alle Hauttypen, da sie wenig Fett und viel Wasser enthält. Sie lässt sich gut auf großen Hautflächen verwenden. Sonnencremes bestehen aus Fett, Öl und Wasser und eignen sich daher besonders gut für trockene Haut und für das Gesicht. Durch ihre feste Konsistenz ist jedoch insbesondere das großflächige Auftragen etwas mühsam. Menschen mit fettiger Haut sollten Sonnengels verwenden, die kein Fett enthalten. Da sie sich leicht vom Körper abwaschen lassen, sollte man sie nach dem Baden und nach spätstens zwei Stunden wieder auftragen. Sprays sind für normale und fettige Haut geeignet. Insbesondere behaarte Körperstellen können durch sie gut geschützt werden. Da sie jedoch nicht lange haften, gilt auch hier: häufiger nachsprühen. Sonnenöle sollten nur von bereits sonnengebräunten Menschen mit unempfindlicher Haut verwendet werden, da sie meist einen geringen Lichtschutzfaktor besitzen. Speziell für Kinder gibt es farbige Sonnencremes. Sie erhöhen den Spaß am Einreiben und machen auf den ersten Blick deutlich, ob eine Hautpartie vergessen wurde.

Regelmäßig nachcremen
Damit der Sonnenschutz erhalten bleibt, sollte man sich bei den meisten Produkten spätestens nach vier Stunden erneut eincremen. Wer sich öfter einreibt, erhöht den Schutz hingegen nicht, sichert sich aber gegen ein Nachlassen des Schutzes ab. Nach dem Baden und nach dem Abtrocknen ist ein erneutes Eincremen unerlässlich. Achten Sie darauf, dass insbesondere die empfindlichen Hautpartien geschützt sind. Dazu gehören Ohren, Nase, Lippen, Schultern, Dekolletee oder der Fußrücken. Wer sich für längere Zeit im Wasser aufhält, zum Beispiel beim Schnorcheln, sollte ein UV-dichtes, langärmeliges Shirt tragen, das auch den Nacken schützt. Denn über einen langen Zeitraum spülen sich selbst wasserfeste Sonnencremes ab und die Intensität der Sonnenstrahlung ist auch dicht unter der Wasseroberfläche noch sehr hoch.

Vor der Sonnenschutzcreme darf man den Körper nicht mit einer Tagescreme einreiben, da sie den Sonnenschutz mindern kann. Wenn die Haut bereits gerötet ist, hilft Eincremen nicht mehr. Dann empfiehlt es sich, den Strand zu verlassen. Die ultraviolette Strahlung ist zwischen 11 und 15 Uhr am höchsten. Es ist sinnvoll, das Sonnenbad auf eine andere Zeit zu verschieben. Babys und Kleinkinder haben noch eine sehr dünne und empfindliche Haut. Sie muss immer vor direkter Sonneneinstrahlung bewahrt werden, durch schützende Kleidung, Sonnenschirm und zusätzlich einen Lichtschutzfaktor von über 30.

Solariumbesuch lässt Haut schneller altern "Es ist ein Irrglaube anzunehmen, man könne die Haut im Solarium auf häufiges Sonnenbaden im Urlaub vorbereiten", betont Egger. "Dort mutet man sich nur eine zusätzliche UV-A-Strahlung zu, die die Haut schneller altern lässt." Wenn man trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einen Sonnenbrand bekommen hat, helfen kalte Umschläge und viel trinken - und die Sonne in der nächsten Zeit meiden.

Vorsicht mit Medikamenten beim Sonnenbaden

"Wer bestimmte Medikamente einnehmen muss, ist besonders gefährdet, Hautschäden durch UV-Strahlung davonzutragen", warnt Sabine Beckmann, Apothekerin im AOK-Bundesverband. Bestimmte Arzneimittel können bereits nach einem kurzen ungeschützten Sonnenbad starke, sonnenbrandähnliche Symptome auslösen, etwa schmerzende Rötungen oder blasige Hautveränderungen. "Dies liegt daran, dass bestimmte Inhaltsstoffe einiger Medikamente die Wirkung des Sonnenlichts übermäßig verstärken", erklärt Beckmann. Dadurch treten die Reaktionen bereits bei einer geringen Lichteinwirkung auf.

Diese Medikamente können in Kombination von Sonnenlicht gefährlich sein
Zu den Arzneimitteln, die in Verbindung mit Sonnenlicht unerwünschte Nebenwirkungen haben können, gehören Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline und der Gyrasehemmer. Medikamente zur Behandlung von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einige Schmerzmittel, blutdrucksenkende Arzneien und stimmungsaufhellende Johanniskrautpräparate enthalten ebenfalls Substanzen, die bei UV-Strahlung schädliche Hautreaktionen hervorrufen können. Problematisch können auch Hautpflege- und Sonnenschutzmittel sowie parfümierte Kosmetika sein. So können ätherische Öle aus der Gruppe der Bergamottöle oder ähnliche ätherische Öle, die Furokumarine enthalten, in Verbindung mit UV-Strahlung unerwünschte Hautreaktionen auslösen.

Phototoxische und photoallergische Reaktionen
Bei den unerwünschten Nebenwirkungen, die Medikamente in Kombination mit Sonnenlicht verursachen können, unterscheiden Hautärzte zwischen phototoxischen und photoallergischen Reaktionen. Bei einer phototoxischen Reaktion nehmen lichtsensible Moleküle im Medikament die Sonnenenergie auf, geben sie dann wieder ab und schädigen so umgebende Hautzellen. Bei der photoallergischen Reaktion kann eine überschießende Immunantwort des Körpers Hautschäden hervorrufen.

Die Hautveränderungen zeigen sich in erster Linie an Partien, die mit Sonnenlicht in Berührung kommen, etwa Gesicht, Hals, Nacken und Hände. Die Haut an diesen Stellen juckt, ist gerötet und schuppt sich. Die Partie am Kinn und hinter den Ohren ist meist nicht betroffen.

 Die Symptome bei einer phototoxischen Reaktion variieren mit dem auslösenden Stoff. So können Bestandteile des Steinkohlenteers und Chlorpromazin eine Sofortreaktion mit Stechen, Brennen und Hautrötungen hervorrufen. Bei anderen Wirkstoffen wie beispielsweise Furokumarinen, die Bestandteil ätherischer Öle sind, treten erst nach Stunden oder mehreren Tagen sonnenbrandähnliche Reaktionen auf, die meist von brennendem Schmerz begleitet werden. Tetracycline, die in manchen Antiobiotika enthalten sind, lösen ebenfalls eine verstärkte Sonnenbrandreaktion aus.

 Beipackzettel durchlesen
 Wer Medikamente einnimmt, sollte vor einem Sonnenbad den Beipackzettel genau durchlesen und nach Hinweisen auf phototoxische Reaktionen suchen. Sie können aber auch Ihren Arzt oder Apotheker um Rat fragen. Diejenigen, die bereits nach einem kurzen Sonnenbad unter einer Hautveränderung leiden, sollten zum Hautarzt gehen. Entscheidend ist es dann, die Auslöser für die Reaktion herauszufinden und diese Wirkstoffe zu meiden.

Konsequenter Sonnenschutz
Wichtig ist außerdem ein konsequenter Sonnenschutz. So ist es sinnvoll, intensive UV-Strahlung in der Mittagszeit zu meiden. "Zu einem guten Sonnenschutz gehören eine Kopfbedeckung und langärmelige, sonnendichte Kleidung", sagt Beckmann. Außerdem sollten sich Betroffene mit Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 eincremen, bevor sie in die Sonne gehen. Die Sonnenschutzcreme sollten sie regelmäßig erneuern, da sie durch das Schwitzen abgerieben wird. Welche Wirkstoffe phototoxische und -allergische Reaktionen hervorrufen können, ist in den Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft aufgelistet.