Sterne über Sterne: Was es mit dem Weihnachtsstern so auf sich hat
Am 12. Dezember ist „Poinsettia Day“, der Tag des Weihnachtssterns. In den USA feiert man diesen Tag bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Eigentlich müsste die dekorative Pflanze Winterstern heißen, schließlich steht sie schon lange vor Weihnachten in vielen Zimmern. In Deutschland ist der Weihnachtsstern seit Jahren die meistgekaufte Topfpflanze überhaupt. Die Züchter überraschen jedes Jahr mit neuen Farben und Formen. Das klassische Rot ist zwar immer noch die beliebteste Farbe, aber daneben stehen Weihnachtssterne in Pink, Apricot, Gelb und Weiß oder sogar mehrfarbige Sorten.
Weihnachtssterne sind alles andere als spießig
Weihnachtssterne kaufen nur die anderen! Und doch landet dann irgendwann im November oder Dezember ganz still und heimlich ein Weihnachtsstern im Einkaufskorb. Genau wie bei vielen anderen auch.
Es gibt verschiedene Gründe, warum man sich dieser traditionellen rot-grünen Verführung im Topf einfach nicht entziehen kann. Warum sollte man auch?
Am bekanntesten und noch immer am beliebtesten ist der Weihnachtsstern in klassischem Rot. Doch wer es etwas ausgefallener mag, kann sich die winterliche Zimmerpflanze heute auch in Gelb, Weiß, Bordeaux, Rosé, Apricot, Cremeweiß, Zimtfarben oder sogar Pink ins Haus holen. Darüber hinaus leuchtet der ursprünglich aus Mexiko stammende Weihnachtsstern auch festlich mit panaschierten, also partiell hell gefärbten, Blättern. Bunte Sorten sind zum Beispiel ΄Sonora White Glitter΄ in Rot mit weißen Sprenkeln, die weiße mit einem Hauch von Rosa in der Hochblattmitte geschmückte ΄Christmas Feelings Marble΄ sowie die fein hell- und dunkelrosa marmorierte ΄Picasso΄.
Der auch Poinsettie genannte Weihnachstern ist nicht nur vielfältig in seiner Färbung, sondern auch in seiner Form. Große Exemplare machen sich schön als Solitär auf der Fensterbank. Aus Mini-Weihnachtssternen lassen sich mit einigen Zweigen von Muschelzypresse oder Ginster sowie roten Kerzen tolle Gestecke für die Festtafel kreieren.
Weihnachtssterne sind pflegeleicht und ungiftig
Manchmal ist nur das fehlende Vertrauen in die eigenen gärtnerischen Fähigkeiten der Grund, warum der Zimmergarten eher spärlich ausfällt, obwohl Grünpflanzen unbestritten zur Wohlfühlatmosphäre beitragen. Dies ganz besonders im Winter, wenn es draußen nass, kalt und grau ist! Wie schön, dass der Weihnachtsstern so robust ist. Als Topfpflanze stellt er nur geringe Ansprüche und begleitet einen leicht über die Weihnachtszeit hinaus ins Neue Jahr. Alles, was er braucht, sind moderates Gießen mit zimmerwarmem Wasser sowie einen hellen, nicht zu warmen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung und Zugluft. Außerdem sollte Staunässe vermieden werden. Als Schnittblume beeindruckt der Weihnachtsstern mit einer besonders langen Haltbarkeit: Wenn dem Vasenwasser Schnittblumennahrung zugefügt wird, halten sich die Sterne bis zu drei Wochen.
Es sind nicht nur Weihnachtssterne, die im Winter den Aufenthalt in der Wohnung verschönern. Auch Azaleen, Alpenveilchen (Cyclamen) und Orchideen muten in den letzten Wochen des Jahres edel und festlich an. Sehr elegant wirken zum Beispiel weiße Azaleen im Arrangement mit gleichfarbigen Begonien und zarten Christrosen (Helleborus niger): Mit ihnen gibt es schneeweißen Winterzauber, unabhängig vom Wetter. Als Stämmchen machen sich Azaleen gut als Weihnachtsbaum der etwas anderen Art. Sie finden selbst in der kleinsten Wohnung Platz und sind auch für diejenigen geeignet, denen der Tannenbaum zu traditionell erscheint. Ihr hölzerner Stamm lässt die Azalee wie einen kleinen Baum aussehen und im Gegensatz zur Tanne blüht sie sogar - je nach Sorte in Violett, Rot, Rosa, Lachs und Weiß mit gefüllten oder einfachen, groß- oder kleinblumigen Blüten.
Entgegen hartnäckiger Gerüchte ist der Weihnachtsstern genauso unbedenklich wie die meisten anderen Zimmerpflanzen. „Die Literatur und auch die Erfahrungen der Toxikologischen Informationszentren sprechen für die Harmlosigkeit der Pflanze“, so Dr. Dirk Ludolph von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Anders als die ihm verwandten Euphorbien hat der Weihnachtsstern die ihm nachgesagten giftigen Bestandteile durch züchterische Veredlung verloren. Auch die Informationszentrale gegen Vergiftungen der Universität Bonn stellt klar fest: „In den handelsüblichen Zuchtformen konnten keine hautreizenden Bestandteile nachgewiesen werden.“ CMA