Museen und Ausstellungen: virtuell, unterhaltsam, informativ

Wie wäre es mit einer virtuellen Museums- oder Ausstellungstour? Auch wenn viele Häuser derzeit geschlossen sind, gibt es mannigfaltige Möglichkeiten die Kunstschätze unserer Welt vom Sofa aus zu erleben.

Viele Museen haben sich etwas einfallen lassen. Mit 3D-Rundgängen, Podcasts, Videos oder digitalen Bildbetrachtungen bieten sie Einblicke in unterschiedlichste Themen und geben Denkanstöße. Richtig unterhaltsam werden virtuelle Kunst-Touren, wenn sie interaktive Funktionen wie Hotspots und Infopunkte anbieten oder die Besucher per Videoguide und Live-Stream durch die Ausstellungen führen.

Hier finden Sie eine Auswahl digitaler Angebote, die wir fortlaufend ergänzen:

KUNST und KULTUR virtuell mit Google Arts & Culture erleben

Eine gigantische virtuelle Kunstsammlung mit vielfältigen Suchmöglichkeiten bietet Google Arts & Culture. Das Kunstportal ermöglicht es derzeit über 2000 Kulturstätten aus 80 Ländern, davon rund 70 in Deutschland, zu erkunden. Dabei bewegt man sich nach dem „Street-View-Prinzip“ und kann Sehenswürdigkeiten betrachten oder virtuelle Rundgänge durch Museen und Galerien unternehmen. Einzelne Exponate lassen sich heran zoomen und detailliert aus der Nähe ansehen. Texte, Videos und unterhaltsame kleine Geschichten informieren zu den Kunstwerken und Künstlern. Ein besonderer Clou sind die Funktionen „Art Selfie“, mit der man Portraits suchen kann, die einem selbst ähneln oder „Art Transfer“ mit der man ein eigenes Foto mit einem Kunstwerk verschmelzen kann.

Deutsches Museum: virtueller Rundgang mit Videoführung

Das Deutsche Museum in München ist das größte Technikmuseum weltweit und beheimatet rund 28.000 Objekte aus etwa 50 Bereichen der Naturwissenschaften und der Technik. Wer Interesse an einzelnen Themen hat, findet auf der Webseite unzählige Artikel, Podcasts, Bilder und Filme sowie ein Angebot für Kinder. Besonders gelungen ist die Interaktive Audiotour, die durch die Ausstellungen Schifffahrt, Luftfahrt und Raumfahrt führt.


Bunte Götter und Statuen im Liebieghaus  

Die Statuen der Römer und Griechen waren bunt und nicht weiß! Das zeigt auf beeindruckende Weise die große Ausstellung „BUNTE GÖTTER – GOLDEN EDITION. Die Farben der Antike“ , die bereits weltweit Begeisterung fand. Das Liebieghaus in Frankfurt präsentiert jetzt eine erweiterte Ausstellung und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. Zu sehen sind über 100 Objekte (60 Rekonstruktionen) aus internationalen Museums-Sammlungen. Zur Ausstellung gibt es einen Audioguide zum Download und ein sehenswertes Video .


Experimentelle Farbrekonstruktionen eines Bogenschützen Original: Griechenland, Ägina, um 480 v.Chr., Marmor, Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek, München, Inv. West X

Kunsthalle Schirn: Fantastische Frauen digital erleben

Die Kunsthalle Schirn - eine der renommiertesten Ausstellungshäuser Europas – zeigt derzeit eine große Ausstellung zum Thema Frauen im Surrealismus und beleuchtet die Frage, was die Künstlerinnen von ihren männlichen Kollegen unterscheidet. Neben Berühmtheiten wie Meret Oppenheim oder Frida Kahlo sind auch unbekannte Malerinnen zu entdecken. Auf dem YouTube Kanal der Schirn gibt es einen gefilmten Rundgang zur Ausstellung und viele weitere Videos. 

Wer darüber hinaus Interesse hat, kann auf der Homepage der Schirn in zahlreichen Artikeln des MEG (Online Magazin) stöbern, Hintergrundinformationen im DIGITORIAL® lesen und sich durch zahlreiche Podcasts klicken. 

Virtueller 3D-Rundgang durch die Alte Pinakothek

Die Alte Pinakothek stellt etwa 700 Gemälde der europäischen Malerei vom 14.-18. Jahrhunderts aus und ist eine der bedeutendsten Gemäldegalerien der Welt. Mit über 30 Geschichten und rund 160 Bildbetrachtungen präsentiert sich die Bayerische Staatsgemäldesammlung bei Google Art & Culture. Von hier aus kann man einen 3D-Rundgang durch die Hallen der Pinakothek starten. Via Audioguide werden ca. 100 Hauptwerke präsentiert.

    

Kunstgeschichte online – der Städel Kurs zur Moderne

Das Frankfurter Städel Museum hat einen abwechslungsreichen, Onlinekurs zur Kunstgeschichte konzipiert. Basierend auf Werken der eigenen Sammlung führt das digitale Angebot von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Filme zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten, vertiefende Texte, ein Zeitstrahl sowie interaktive Aufgaben führen spielerisch durch die verschiedenen Epochen der modernen Kunst. Dieses Angebot begeistert Kunstinteressierte mit und ohne Vorkenntnisse gleichermaßen! 


Der Städel Online-Kurs ist für moderne Browser optimiert und  kann kostenfrei genutzt werden. Wer vergangene Sonderausstellungen erkunden will findet auf der Homepage außerdem zahlreiche Digitorials sowie weitere interessante Angebote zur digitalen Kunstvermittlung.     


von Gabriele Stöver


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