St. Martin -  Legende und Brauchtum

St. Martin ist ein Fest, das Kinder jedes Jahr mit Begeisterung erwarten und auch Erwachsene erinnern sich immer wieder gerne an die Zeit, als sie selbst stolz die erste selbst gebastelte Laterne vor sich her trugen – hell erleuchtet von einer Kerze, die die schönsten Schattenspiele hervorrief und den dunklen Weg beleuchtete.  

 


Ich geh´mit meiner Laterne: St.Martins-Bräuche

Es ist ein in unserem Kulturkreis ein verwurzelter Brauch, jährlich am 11.November den Sankt Martins-Umzug mit einem Lichterfest zu feiern. Immer noch basteln viele Kinder ihre eigene Laterne, um am Martinstag durch die Straßen und Parks zu ziehen, Martinslieder zu singen und am Martinsfeuer die Martinsbrezel zu teilen. Diese christiliche Zeremonie, die häufig von Kindergärten und Grunschulen veranstaltet wird,  findet zu Ehren des bamherzigen Soldaten Martin statt und mancherorts führt sogar ein Reiter hoch zu Ross die Umzüge der kleinen und großen Laternenträger an. In der Regin finden größere Umzüge wie der  Martinsumzug mit Martinsfeuer in Weinheim, der Martinsumzug mit Martinsspiel in Heidelberg oder der Martinsumszug mit Reiter im Luisenpark statt. Tipp: Bastelanleitungen, Lieder und Hörproben

Historie

Der heilige Martin wurde im Jahr 316 geboren. Er lehrte den christlichen Glauben und wurde im Jahre 371 zum Bischoff von Tours gewählt.  Als Sohn eines römischen Offiziers war er überall im Land für seine Großzügigkeit bekannt und beliebt. Die am besten überlieferte Geschichte ereignete sich an einem Februarmorgen, als der 22jährige Martin mit seinem Burschen von einem nächtlichen Ritt heimkehrte. Es war ein harter Winter mit klirrendem Frost und ein heftiger Schneesturm blies den Reitern ins Gesicht. Am Stadttor tauchte ein zerlumpter Bettler auf, der vor Kälte zitternd kaum noch die Worte über die Lippen brachte: "Eine Gabe, guter Herr". Da Martin gerade seinen ganzen Sold an arme Bauern verschenkt hatte, damit sie ihre Steuern zahlen konnten, nahm er einfach seinen weiten Mantel und halbierte ihn mit einem Schwertstreich. Die eine Hälfte warf er dem Bettler über die Schultern, damit dieser nicht mehr frieren musste. Die Legende sagt weiter, dass man Martin kurze Zeit später zum Nachfolger des verstorbenen Bischofs von Tours machen wollte. Doch Martins Bescheidenheit war so groß, dass er sich im Gänsestall versteckte: In der Dunkelheit suchten sie ihn deshalb mit Laternen, einige stimmten Lieder an. Erst als die Gänse sich laut kreischend über den Eindringling beschwerten, entdeckte man Martin schließlich. 371 nach Christus wurde er Bischof von Tours. Das Andenken an ihn überdauerte die Jahrhunderte: Und so folgt man noch heute mit Liedern und Laternen dem „Martinsmann“ und lädt anschließend zum „Gänseessen“.



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