Besonders in der schönen Jahreszeit zieht es uns immer wieder nach Zwingenberg an der Bergstraße. Wir schlendern gerne durch die malerische Altstadt, spazieren oberhalb des Ortes durch die Weinberge und lassen den Tag gemütliche am Marktplatz ausklingen.
Cittaslow Zwingenberg - was es mit der Schnecke auf sich hat
In Zwingenberg geht es gemütlich zu. Kein großer Trubel, dafür aber jede Menge Idylle, Tradition und verwunschene Ecken, die es zu entdecken gibt. Ein Ort zum Entschleunigen. Das ist Programm, denn Zwingenberg ist eine Cittaslow. Das Erkennungsmerkmal ist eine kleine orange-farbene Schnecke, die einem hier und da begegnet. Was das bedeutet haben wir nachgelesen: „ eine Stadt, wo die Menschen im Mittelpunkt stehen, das Langsame gelebt und Traditionen gepflegt wird“. Die internationale Bewegung für lebenswerte Städte steht für Lebensqualität, Nachhaltigkeit und Innovation, kommt ursprünglich aus Italien und hat sich inzwischen in Deutschland etabliert. (cittaslow.de)
Ein Blick auf die Geschichte von Zwingenberg
- einer der ältesten Orte der Bergstrasse
Die einzige erhaltene Befestigungsanlage der alten Stadtmauer ist ein zweigeschossiger Turm aus dem 14. Jahrhundert (die „Aul“)
Zwingenberg zählt zu den ältesten Orten an der Bergstraße. Bereits 1012 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Als erstes Dorf der Region erhielt Zwingenberg 1274 die Markt- und Stadtrechte. Verantwortlich dafür war das Adelsgeschlecht der Grafen von Katzenelnbogen, das den Ort über viele Jahrhunderte prägte. Im Laufe seiner Geschichte musste Zwingenberg schwere Rückschläge verkraften. Große Brände, der Dreißigjährige Krieg und die Pest zerstörten weite Teile der Stadt und führten zeitweise dazu, dass sie nahezu unbewohnt war. Erst im 18. Jahrhundert begann der Wiederaufbau. Trotz weiterer Zerstörungen im 20. Jahrhundert blieben zahlreiche historische Gebäude erhalten und wurden liebevoll restauriert. Heute lädt die malerische Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern, der historischen Stadtmauer und den verwinkelten Gassen zu einem Spaziergang durch die Geschichte ein.
Spaziergang durch die Zwingenberger Altstadt
Wer durch Zwingenberg bummelt, entdeckt überall Spuren vergangener Zeiten. Fachwerkhäuser, die romantisch gelegene Bergkirche und verwinkelte Kopfsteinplastr-Gassen verleihen der Altsadt ihren besonderen Charme.
Herrlicher Blick von der Scheuergasse auf die Weinberge
Ein Abstecher in die Scheuergasse gehört für uns bei jedem Besuch dazu. Anders als man vermuten könnte, liegt sie nicht innerhalb der Altstadt, sondern außerhalb der ehemaligen Stadtmauer. Im Mittelalter wurden die Scheunen aus Brandschutzgründen bewusst außerhalb des Stadtkerns errichtet, um die Wohnhäuser besser zu schützen.
Heute sind die historischen Gebäude liebevoll restauriert und beherbergen unter anderem ein Restaurant, die beliebteste Eisdiele des Ortes und das Heimatmuseum. Besonders stimmungsvoll ist die Gasse während des Bauern- und Handwerkermarkts am Wochenende nach Pfingsten. Dann öffnen auch die Türen des Heimatmuseums und geben spannende Einblicke in das Leben und Handwerk vergangener Jahrhunderte.

Der kleine Park mit Spielplatz vor der Zwingenberger Stadtmauer ist ein beliebter Treffpunkt
Hinter den Resten der alten Stadtmauer (1250) verbirgt sich das Schlösschen (1520), das einst Adelige beheimatete und heute das Rathaus. In direkter Nachbarschaft steht ein weiteres historisches Gebäude: das Gasthaus "Bunter Löwe" (1595) - Restaurant und Sitz des Geopark-Informationszentrums.

Steiler Aufstieg zur Bergkirche
Aufstieg zur Bergkirche und
in die Weinberge über Zwingenberg
Die weithin sichtbare Bergkirche ist das Wahrzeichen Zwingenbergs. Der "Aufstieg" durch die Altstadt gehört bei einem Zwingenberg Besuch dazu. Wir schlendern am liebsten über die Straßen am Berg hinauf, weil diese besonders idyllisch sind. Genauer gesagt heißen die Straßen „Am kleinen Berg“ „Am Berg“ und „Am Großen Berg“. Hier stehen entzückenden Fachwerkhäuser und historischen Gebäude, wie die ehemaligen Schule (1525-1575), der „Walbrunsche Hof" (1410) und die Reste der nord-östlichen Stadtmauer mit ihrem 2-geschössigen Turm (Aul) aus dem 14.Jh.
Unterhalb der Bergkirche befindet sich das ehemalige Amtsgebäue (1157)
So oft wir auch nach Zwingenberg kommen, der Blick über die roten Dächer des Ortes und in die Umgebung fasziniert uns immer wieder. Dehalb dehnen wir unseren Spaziergang gerne in die Weinberge aus. Durch das Tor der Stadtmauer (mit dem runden Turm) sind es nur wenige Meter bis zum Blütenweg (rechts). Hier ist die Aussicht über die Rheinebene und zum Schloss Auerbach so herrlich, dass wir länger bleiben. Bänke zum Verweilen gibt es einige.
Grandioser Blick von den Weinbergen zum Auerbacher Schloss
Irgendwann geht es dann doch zurück. Der Weg unterhalb der Kirche (li) führt schnurstracks auf den Marktplatz, mit dem Brunnen als Mittelpunkt und rundherum Fachwerkhäuser und Adelshöfe.
Über den Dächern von Zwingenberg den Sonnenuntergang beobachten
Vorbei am Walbrunsche Hof" (1410) zum Marktplatz
Am Marktplatz und in der angrenzenden Obergasse gibt es einige Einkehrmöglichkeiten. Besonders gerne kommen wir in den Sommermonaten hierher, wenn der Zwingenberger Abendmarkt stattfindet. Dann trifft man sich rund um den Marktplatz bei regionalen Spezialitäten und einem Glas Bergsträßer Wein – für uns eine besonders schöne Gelegenheit, einen Sommerabend in Zwingenberg zu genießen.

Marktplatz Zwingenberg mit Brunnen
Abschließend noch ein Tipp für Kulturbegeisterte: Auch die Kleinkunstbühne „Theater Mobile“ ist einen Besuch wert. Im gemütlichen Gewölbekeller finden Veranstaltungen unterschiedlichster Art statt.