Wehrhafte Mauern, Türme und Bergfriede: Die Burgen an der Bergstraße gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten. Und davon gibt es einige – auch viele verfallene. Von manchen sind heute nur noch wenige Steine erhalten. Welche Burgen sich besonders für einen Besuch lohnen und welche wir selbst immer wieder gerne besuchen - gerne auch verbunden mit einer kleinen Wanderung - verraten wir hier.

Natürlich hat jeder andere Vorlieben, und auch für uns ist nicht jede Burg gleich. Manche erwandern wir lieber im Frühling oder Herbst, wenn der Weg durch die Weinberge führt, andere besuchen wir am liebsten im Sommer, wenn uns der Wald Schatten spendet. Eines ist uns dabei jedoch immer wichtig: Unsere Touren sollen keine Mammut-Wanderungen sein. Wir legen Wert darauf, dass die Strecken abwechslungsreich sind, sich aber bequem an einem halben Tag schaffen lassen. Hier sind unsere persönlichen Favoriten:
1. Unser persönlicher Favorit: Starkenburg und Heppenheimer Altstadt
Die Starkenburg besuchen wir immer wieder gerne. Der Weg durch die Weinberge oder der steile „5-Minuten-Pfad“ (den wir offen gesagt noch nie in dieser Zeit geschafft haben!) ist vor allem im Frühling und Sommer herrlich. Oben angekommen, lädt die Burg zum Erkunden und das Außengelände nebst Biergarten zum Verweilen ein. Aber das eigentliche „I-Tüpfelchen“ für uns ist anschließend ein Bummel durch die Altstadt von Heppenheim – für uns eine perfekte Kombi!

Wahrzeichen über der Altstadt: Die Starkenburg in Heppenheim ist ein herrliches Wanderziel
2. Schloss Auerbach: Der Klassiker mit Weitblick
Wer an der Bergstraße unterwegs ist, kommt an ihr nicht vorbei: Hoch über Bensheim-Auerbach thront die größte und bekannteste Burganlage der Bergstraße. In den alten Gemäuern kann man völlig ins Mittelalter eintauchen. Anstelle von Hinweistafeln gibt es vier Hörstationen, die über Telefon zu erreichen sind und durch die Burganlage führen. Also Handy nicht vergessen! Ein Kiosk mit Sitzmöglichkeiten im Freien lädt Wanderer zur Rast im Freien ein. Außerdem gibt es ein Burgrestaurant. Hier können Gäste teils in historischem Ambiente „Tafeln“ oder beim „Rittermahl“ speisen wie im Mittelalter. Beliebt sind auch die unterschiedlichen Freilichtaufführungen, an denen Gaukler, Ritter, Musikanten und Narren die Zuschauer in mittelalterliche Stimmung versetzen.

Einzigartig: Die über 300 Jahre alte Kiefer ist das Wahrzeichen von Schloss Auerbach und wurzelt direkt im alten Mauerwerk der Burgruine
3. Alsbacher Schloss: Burgruine Alsbach
Das Alsbacher Schloss ist eigentlich eine Burgruine und für uns schon immer ein schönes Ausflugsziel, das sich wunderbar mit einer kleinen Wanderung verbinden lässt – beispielsweise auf dem Komotenweg bisSchloss Auerbach. Leider sind viele Stellen der Burganlage so baufällig, dass sie derzeit nur teilweise besichtigt werden kann. Besonders schade finden wir das auch deshalb, weil sich Ehrenamtliche hier über Jahrzehnte mit viel Herzblut um den Erhalt gekümmert haben. Trotzdem kommen wir immer wieder gerne hierher. Es gibt nach wie vor einen kleinen Biergarten und vor der Burg liegt ein großer Abenteuerspielplatz mit Picknickplätzen mitten im Wald. Genau diese Mischung macht das Alsbacher Schloss besonders familienfreundlich.

Ideal für Familien: Der Spielplatz unterhalb vom Alsbacher Schloss bietet Spaß für Kinder mit direktem Blick auf die historische Ruine
4. Burg Frankenstein zwischen Mythen, Wald und Magnetsteinen
Um kaum eine andere Burg der Region ragen sich so viele Mythen wie um diese. Der Alchimist und Arzt Konrad Dippel soll hier einst gelebt und mit düsteren Experimenten versucht haben, künstliches Leben zu erschaffen. Der Legende nach inspirierte genau diese Geschichte später Mary Shelley zu ihrem berühmten Roman „Frankenstein“ und über Jahrzehnte fand auf der Burg alljährlich das über die Landesgrenze bekannte Halloween-Spektakel statt. Leider ist dieses ebenso wie viele andere Veranstaltungen und das Burgrestaurant ebenfalls der Sanierungsnotwendigkeit zum Opfer gefallen. Trotzdem ist die Burg für uns weiterhin ein besonderer Ort – vor allem wegen ihrer Atmosphäre mitten im Wald. Wenn ihr mit Kindern unterwegs seid, empfehlen wir euch unbedingt auch einen Abstecher zum Walderlebnispfad Frankenstein und den mystischen Magnetsteinen – ein echtes Abenteuer.

Die Burg Frankenstein: Ein geschichtsträchtiger Ort mit mystischer Atmosphäre mitten im Wald
5. Burg Tannenberg bis Schloss Heiligenberg: Ein royaler Spaziergang
Ein weiteres Highlight, das wir euch für eine kleine Wanderung empfehlen, ist der rund 7,5 km lange Weg von der Burgruine Tannenberg zum Schloss Heiligenberg. Der Weg führt herrlich durch die Wälder bei Seeheim-Jugenheim, bietet von der Burgruine schöne Ausblicke und lädt zum Abschluss zu einer Einkehr im Café Heiligenberg ein. Besonders reizvoll finden wir die Kombination aus gleich zwei historischen Sehenswürdigkeiten und der spannenden Geschichte rund um das Schloss Heiligenberg: Es diente einst als Sommerresidenz des russischen Zarenhauses und ist bis heute eng mit dem britischen Adel verbunden.

Die BurgruineTannenberg: Ein idyllisches Ziel auf der Wanderroute zwischen Seeheim und dem Schloss Heiligenberg
6. Sportlich spektakulär: Strahlenburg, Ölberg & Schauenburg
Etwas südlicher, fast schon bei Heidelberg, liegen die Strahlenburg oberhalb von Schriesheim und die Schauenburg bei Dossenheim. Die Strahlenburg thront idyllisch über den Weinbergen von Schriesheim. Besonders gut gefällt uns der Weg hinauf durch die Reben – vor allem im Frühling und an warmen Sommerabenden. Schön ist auch, dass die Burg inzwischen wieder bewirtschaftet wird und man oben einkehren kann. Wer allerdings mehr sucht als nur einen kurzen Spaziergang zur Burg, dem empfehlen wir unsere abwechslungsreiche Wanderung über den Ölberg weiter zur Schauenburg bei Dossenheim. Die Strecke führt durch Wald, vorbei am ehemaligen Steinbruch und immer wieder zu tollen Aussichtspunkten.
Mit etwas Glück könnt ihr unterwegs sogar Gleitschirmflieger beobachten, die am Ölberg starten und lautlos über die Rheinebene gleiten.

Die malerische Strahlenburg bei Schriesheim - eingebettet in die Weinberge
7. Windeck und Wachenburg in der Zweiburgenstadt Weinheim
Mit der Burgruine Windeck und Wachenburg thronen gleich zwei Burgen über Weinheim. Während die Windeck eine echte mittelalterliche Burgruine ist, wurde die Wachenburg erst Anfang des 20. Jahrhunderts von Studentenverbindungen erbaut. Beide liegen oberhalb der Altstadt und bieten fantastische Ausblicke. Wer mit Kindern unterwegs ist, kann über den kurzen, aber steilen Grüffelo-Pfad zur Burg Windeck gehen.Von dort aus führt der Weg weiter zur Wachenburg mit der urigen Burgschänke. Die beiden Burgen lassen sich perfekt mit einem Spaziergang durch Weinheims Altstadt, den Schlosspark oder den Hermannshof verbinden und gehören für uns mit zu den schönsten Burgzielen an der südlichen Bergstraße.
Postkarten-Idylle in Weinheim: Von den historischen Gassen der Altstadt führt der Blick direkt hinauf zur Burgruine Windeck
Fazit: Auf zu den Burgen der Bergstraße
Was wir an den Burgen der Bergstraße besonders mögen: Für uns sind die Burgen vor allem perfekte Ziele für kleine Auszeiten zwischendurch. Viele lassen sich wunderbar mit einer kurzen Wanderung, einem Familienausflug oder einem Altstadtbummel verbinden. Genau diese Mischung aus Natur, Geschichte und Genuss macht eine Burgentour für uns immer wieder besonders. Und selbst wenn wir manche Burgen schon oft besucht haben – der Ausblick über die Rheinebene, der Weg durch die Weinberge oder eine Einkehr in der Burgschänke fühlen sich jedes Mal wieder ein bisschen wie Urlaub vor der eigenen Haustür an.