Wie Sie Vergiftungen bei Kindern vorbeugen

Kinder vor Vergiftung schützen


 


 

 

 
Im Haushalt lauern auf kleine Kinder viele Gefahren. Waschmittel, Geschirrspülmittel oder Allzweckreiniger können Erbrechen auslösen. Noch gefährlicher sind Abflussreiniger, die schwere Verätzungen hervorrufen können.

 

Bei einer Vergiftung  müssen Kinder sofort ins Krankenhaus  Bei einem Verdacht geben Experten der Giftnotrufe  Auskunft, was zu tun ist. Sie sind in vielen Städten in Deutschland unter der Rufnummer 19240 erreichbar.

 

Kinder vor Vergiftung schützen

Schwer vergiften können sich kleine Kinder mit Alkohol, Medikamenten, Zigaretten, Duftöle und giftige Pflanzen.

 

Nach Schätzungen von Experten des Universitätsklinikums Bonn vergiften sich pro Jahr etwa 120.000 Kinder in Deutschland. Die meisten dieser Unfälle gehen glimpflich aus. Schwere oder sogar tödliche Vergiftungen im Kindesalter sind glücklicherweise selten.

Bunte Pillen auf dem Nachtschrank, Parfüm in der Handtasche, Putzmittel und Chemikalien in der Abstellkammer: Auf Kinder üben solche Dinge oft eine große Anziehungskraft aus. Wenn die Kleinen in einem unbeobachteten Moment giftige Produkte probieren, ist das jedoch gefährlich.

Besonders gefährdet sind Kleinkinder zwischen sieben Monaten und vier Jahren. "Ursache für Vergiftungen bei Kindern sind an erster Stelle Reinigungsmittel für den Hausputz und Körperpflegemittel, gefolgt von Medikamenten und giftigen Pflanzen", das haben Untersuchungen des Bundesinstituts für Risikobewertung gezeigt.

Besondere Gefahrenquellen im Haushalt

  • Waschmittel, Geschirrspülmittel oder Allzweckreiniger reizem die Schleimhäute und können Erbrechen auslösen. Abflussreiniger kann sogar schwere Verätzungen hervorrufen.
  • Zu Erbrechen und zu schweren chemischen Lungenentzündungen kann der Kontakt mit Benzin, Nitroverdünner, Terpentinersatz und Petroleum führen.
  • Schwere Vergiftungen können sich kleine Kinder mit Alkohol, Medikamenten, Zigaretten, Duftöle und giftige Pflanzen zuziehen. Alkohol steckt übrigens nicht nur in Spirituosen, sondern auch in Parfums, Kosmetika und Hustensäften.
  • Besonders gefährlich sind Frostschutzmittel: Bereits das Probieren geringer Mengen kann die Nieren schädigen.
  • Für Babys ist auch eine Puderdose gefährlich, die in ihrer Reichweite steht, denn Puder kann nach versehentlichem Einatmen die Lunge schwer schädigen.
  • Eine oft übersehene Gefahrenquelle sind außerdem Knopfzellen in Kinderspielzeug. Verschlucken die Kleinen sie, sind nicht selten Schäden an der Speiseröhre die Folge.
  • Bei Vergiftungen mit Lampenöl genügen geringste Mengen um zum Teil schwere Lungenschäden auszulösen. Meist haben die Kinder bei diesen Unfällen aus den unsicheren Öllampen getrunken. Paraffine können sehr leicht in die Lunge gelangen und dort chemische Lungenentzündungen, im schlimmsten Fall sogar mit Todesfolge, auslösen.  Dabei ist es mit relativ einfachen technischen Maßnahmen möglich, Öllampen so kindersicher zu konstruieren, dass derartige Unfälle vermieden werden. Da die Hersteller und Vertreiber von Öllampen bisher nicht aktiv geworden sind, hat die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung jetzt einen kindersicheren Brenner für Öllampen und Ölfackeln entworfen. Es handelt sich um eine einfache und sehr preiswerte Konstruktion, die ohne großen technischen Aufwand realisierbar ist. Bereits vorhandene Öllampen können nachgerüstet werden. Die Brenner sind so konstruiert, dass Kinder die Öllampe nicht mehr öffnen und daraus trinken können. Auch an den Docht können sie nicht so leicht gelangen.

Erste Hilfemaßnahmen bei Vergiftungen

Bei einer Vergiftung  müssen Kinder sofort ins Krankenhaus  Bei einem Verdacht geben Experten der Giftnotrufe  Auskunft, was zu tun ist. Sie sind in vielen Städten in Deutschland unter der Rufnummer 19240 erreichbar.

Besteht allen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz der Verdacht auf eine Vergiftung, gilt es vor allem, Ruhe zu bewahren. Sinnvoll ist es, das Kind Wasser, Tee oder Saft in kleinen Schlucken und Mengen trinken zu lassen. Bei einer Vergiftung durch Säuren oder Laugen sollte dies so schnell wie möglich erfolgen, um die Substanz aus der Speiseröhre und dem Magen zu entfernen. Milch und Salzwasser sollten die Erwachsenen nicht geben und auf keinen Fall Erbrechen auslösen. Milch ist kein Gegengift, sondern beschleunigt in vielen Fällen die Giftaufnahme durch den Darm.

Wichtig ist es, so schnell wie möglich ärztlichen Rat einzuholen, etwa bei einem Giftnotruf. Bei der telefonischen Beratung sollten die Erwachsenen angeben, was das Kind eingenommen hat und in welcher Menge. Zudem sollten sie den Hergang der Vergiftung schildern und angeben, wie es dem Kind geht, wie alt es ist und wie viel es wiegt. "Folgen Sie den Empfehlungen des Giftnotrufs oder lassen Sie das Kind in die nächste Arztpraxis, Rettungsstelle oder Klinik bringen. Nehmen Sie dorthin unbedingt auch die Verpackung, Flasche oder verdächtige Substanz mit", rät Beckmann. Bei Verdacht auf eine Vergiftung durch Pflanzen oder Pilze sollten die Erwachsenen ebenfalls Pilz- oder Pflanzenteile mitnehmen, um die genaue Bestimmung zu ermöglichen.

Sind die Augen des Kindes durch Säuren und Laugen verätzt, ist es ratsam, sie sofort mindestens 15 Minuten unter fließendem Wasser zu spülen. Das Gleiche gilt für betroffene Hautpartien. Hat das Kind giftige Gase eingeatmet, empfiehlt es sich, zu lüften und so für frische Luft zu sorgen. Bei Bewusstlosigkeit sollten die Erwachsenen das Kind sofort in die stabile Seitenlage bringen, den Kopf nach unten wenden und den Notarzt rufen.

Informationszentrale gegen Vergiftungen der Uniklinik Bonn

BfR-Broschüre informiert über Vergiftungsrisiken für Kinder und Erste- Hilfe-Maßnahmen


Vermeiden Sie, dass Ihr Kind an giftige Substanzen gerät

  • Sichern Sie Schränke mit Kindersicherungen
    Bewahren Sie gefährliche Produkte außerhalb der Reichweite Ihrer Kinder auf. So können Sie Vergiftungen vermeiden. Schränke sollten mit Kindersicherungen versehen werden. Noch besser ist es, Reinigungsmittel und Haushaltschemikalien in abschließbaren Schränken zu lagern. Arzneimittel oder Chemikalien sollten grundsätzlich auf keinen Fall in Lebensmittelbehälter umgefüllt und auch nie neben Nahrungsmitteln aufbewahrt werden. Für Arzneimittel empfiehlt sich eine verschlossene Hausapotheke. Puder sollte nicht in Griffweite des Wickeltisches abgestellt werden. Auf Duft- und Lampenöle sowie giftige Pflanzen sollten Eltern kleiner Kinder verzichten.
  • Lassen Sie Kleinkinder nicht unbeaufsichtigt
    Lassen Sie Ihr Kind zudem nie unbeaufsichtigt, wenn Sie mit giftigen Mitteln arbeiten. Mit abgestellten Hand- und Einkaufstaschen, in denen beispielsweise Kosmetikartikel oder Putzmittel enthalten sind, sollten Erwachsene die Kleinen ebenfalls nicht alleine lassen. Zu groß ist die Gefahr, dass die Kinder in einem unbeobachteten Moment gesundheitsschädliche Produkte in den Mund nehmen. Wer mit seinem Kind in einem kinderlosen Haushalt zu Besuch ist, sollte besonders wachsam sein und alles Gefährliche aus der Reichweite des Nachwuchses entfernen.

  
Gewinnspiel_728x90
  
Ausflugsziele an der Bergstrasse und in der Umgebung
  
  
JAHN Reisen