Wer Stress hat nimmt schlechter ab

Übergewicht kann nicht nur gesundheitliche Folgen haben, sondern auch eine psychische Belastung sein. Deshalb sind eine Vielzahl von Diäten und Abnehmprogrammen auf dem Markt. Trotz erfolgreicher Gewichtsreduktion erreichen aber viele Betroffene innerhalb weniger Jahre wieder ihr Ausgangsgewicht oder nehmen sogar noch mehr zu. Amerikanische Wissenschaftler haben deshalb untersucht, warum viele Abnehmwillige auch mit verhaltenstherapeutischer Begleitung ihr Ziel nicht erreichen oder das erreichte Gewicht nicht halten können. Ihr Ergebnis ist signifikant und gleichzeitig menschlich nachvollziehbar: Wer aus seelischen Gründen isst, der nimmt schlechter ab und eher wieder zu als jemand, den äußere Einflüsse zum Essen verleiten. Basis der Studie waren Fragen zu psychologischen Aspekten des Essens, die die über 3 000 Teilnehmer zwei verschiedener Abnehmstudien beantwortet hatten.

 

 

 


 

Stress hindert beim Abnehmen

Stress erhöht den Blutzuckerspiegel und begünstigt bei vielen Menschen die Gewichtszunahme. Übergewichtige, die mit strengen Diäten abnehmen wollen, scheitern oftmals an auferlegten Nahrungsmittelverboten.

 

 
Die Forscher unterteilten die Ursachen für übermäßiges Essen in zwei Kategorien erklärt aid-Expertin Dr.Stefan Schmid-Altringer:
 
  • Externe Faktoren verleiten dazu, über den Hunger hinaus nach Essen zu verlangen, beispielsweise auf Partys oder bei Einladungen mit Menü, wie in der Weihnachtszeit.
     
  • Interne Faktoren beziehen sich dagegen auf Gedanken oder Gefühle, die Essen als Ersatz für emotionale Bedürfnisse wie Trost oder Nähe versprechen.

Je häufiger die Studienteilnehmer emotionale Gründe fürs Essen nannten, desto weniger nahmen sie trotz verhaltenstherapeutischer Begleitung ab beziehungsweise desto häufiger hatten sie nach einem Jahr wieder an Gewicht zugenommen. Die Wissenschaftler fordern Ernährungsberater und Therapeuten deshalb auf, zusätzlich zu den bisher erprobten Programmen gezielt auch auf den "seelischen Hunger" der Patienten einzugehen. Erst dann, vermuten sie, kann das Abnehmen dauerhaft Erfolg haben - eine Erkenntnis, die aus psychosomatischer und psychotherapeutischer Sicht nicht neu ist. Denn rund um das Gewicht spielen sehr unterschiedliche Faktoren eine Rolle - von kultureller, gesellschaftlicher Prägung bis hin zum Schönheitsideal.

Stress erhöht den Blutzuckerspiegel und begünstigt bei vielen Menschen die Gewichtszunahme

Übergewichtige, die mit strengen Diäten abnehmen wollen, scheitern oftmals an auferlegten Nahrungsmittelverboten.

„Du bist zu dick! Wenn du nicht abnimmst, wirst du krank! Und wenn du das isst, kannst du niemals abnehmen!“ Solche oder ähnliche Sätze hören viele Deutsche nicht nur von ärzten, Ernährungsberatern oder aus den Medien, sondern vor allem von ihrem eigenen plagenden Gewissen. Die beste Lösung zum Abnehmen ist eine änderung der Essgewohnheiten - das haben die meisten verstanden. Doch gesunde Ernährung bedeutet für viele, Nahrungsmittel in „erlaubt“ und „verboten“ einzuteilen. Ein auferlegtes Verbot von Süßem oder Fettigem führt jedoch nicht nur zu Heißhungerattacken auf gerade diese Leckereien. Das ständige „ich würde gerne, darf aber nicht“ und „verdammt, jetzt hab ich es ja doch gegessen“, das pausenlose Bewerten der Mahlzeiten und der häufige Kontrollblick auf die Waage, führen langfristig zu Stress. Doch dieser lässt jeden noch so motivierten Abnehmversuch bei vielen scheitern.

Anhaltender Stress führt zur Ausschüttung des Hormons Kortisol, welches die Zuckerneubildung im Körper ankurbelt und den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. In Urzeiten war diese Energiebereitstellung noch praktisch, konnte doch hinter jedem Felsen Gefahr lauern, die der schnellen Flucht bedurfte. Heute läuft allerdings keiner dem Stressauslöser ernsthaft davon und die Energie bleibt ungenutzt. Diese Dauerbelastung wirkt auf den Blutzuckerspiegel wie eine große Portion Nudeln und führt zur Ausschüttung von Insulin, welches dem Fettabbau entgegenwirkt. Zudem senkt Insulin den Blutzuckerspiegel so weit, dass das hungrige Gehirn schnell Nachschub verlangt. Dann steht die Wahl zwischen quälendem Appetit oder der nächsten Zwischenmahlzeit.

Stressabbau spielt also auch beim Thema gesunde Ernährung eine wesentliche Rolle. So ist es nicht nur wichtig, was auf den Teller kommt, sondern auch wie es verzehrt wird. Mahlzeiten frisch vorbereiten, gemütliches Beisammensitzen und Speisen bewusst genießen helfen zu entspannen. Neues Essverhalten erlernt sich zudem leichter, wenn es Spaß macht und nicht von Verzicht geprägt ist. Kleine Sünden sind erlaubt. Wer sich vorwiegend gesund ernährt, darf sich ab und an auch ein Stück Kuchen gönnen. Dies stört den Körper weit weniger, als wenn Heißhungerattacken einen die ganze Torte verspeisen lassen.Christine Langer



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