Essen nach den Ampelfarben

Oft fehlt Kindern grundlegendes Wissen über gesunde Ernährung. Falsche Ernährung und Bewegungsmangel sind die Hauptursachen für Übergewicht und Zivilisationserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Essen nach den Ampelfarben und dem Pyramidensystem kann bei einer Ernährungsumstellung helfen. Kinder, die sich an dieses System halten und sich damit ausgewogen ernähren, haben größere Leistungsreserven, müssen nicht mit den Belastungen durch Übergewicht kämpfen und schaffen eine gute Grundlage für Gesundheit und Wohlergehen in späteren Jahren.Dabei werden Lebensmittel verschiedenen Gruppen zugeordnet, die wiederum Ebenen einer Pyramide bilden

 Übergewicht bei Kindern eine tickende Zeitbombe

 Erst dick, später krank.“ So fasst Susanne Illini vom aid infodienst Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e.V. das Problem zusammen. „Übergewichtigen Kindern machen Krankheiten zu schaffen, die man sonst nur von Senioren kennt“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin. So werden Gicht und Bluthochdruck bei Kindern immer häufiger festgestellt. Bereits Achtjährige leiden heutzutage unter Diabetes. „Es muss dringend etwas gegen die steigende Anzahl übergewichtiger Kinder unternommen werden“, so die Expertin. Denn: „Übergewicht bei Kindern ist eine tickende Zeitbombe.“ Hält dieser Trend an, wird in 40 Jahren jeder zweite Erwachsene unter Fettleibigkeit leiden. Übergewicht ist also keinesfalls nur ein rein ästhetisches Problem. Susanne Illini macht neben Bewegungsmangel vor allem die falsche Ernährung der Kinder für diese Entwicklung verantwortlich. In der Regel seien die deutschen Kinder zwar gut mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt, doch problematisch sei es, dass Kinder zu viele fettige, zuckerreiche und salzhaltige Lebensmittel essen würden. „Zudem stehen Obst, Gemüse und Vollkornprodukte viel zu selten auf dem Speiseplan“, so Illini. „Kinder, die sich richtig ernähren, haben eindeutig Vorteile im Kindergarten und in der Schule.“

Essen nach Ampelfarben und Pyramidensystem

Beim Ampelfarben und dem Pyramidensystem werden Lebensmittel verschiedenen Gruppen zugeordnet, die wiederum Ebenen einer Pyramide bilden. Anschaulich umgesetzt wird diese Pyramide mit den Farben grün, gelb und rot. Jede Ebene ist in Bausteine unterteilt, die anzeigen, wie viele Portionen pro Tag aus der jeweiligen Gruppe verkostet werden sollen.

GRÜN:  Die Basis bilden die „grünen“ Lebensmittel, die viel und häufig gegessen werden sollen wie Obst, Gemüse, Brot, Getreide und Getränken

Die sechs Portionen Getränke können Leitungs- und Mineralwasser, Saftschorlen und ungesüßte Tees sein. Aus der Gruppe Brot, Getreide und Beilagen brauchen Kinder täglich insgesamt fünf Portionen. Und ebenfalls zum grünen Bereich gehören Obst und Gemüse - sie liefern neben Ballaststoffen reichlich Vitamine und Mineralstoffe. Mit vier täglichen Portionen in Form von frischem Obst, Rohkost, Salat und gegartem Gemüse haben die Kinder reichlich Abwechslung und kommen gestärkt durch den Tag.

GELB: Das Mittelfeld mit Lebensmitteln, die in Maßen verzehrt werden dürfen wie: Milch, Fleisch, Fisch, Wurst und Ei

Im gelben Bereich finden sich vier Bausteine. Sie stehen für drei Portionen Milch und Milchprodukte wie Joghurt und Käse sowie eine Portion Fleisch, Wurst, Fisch oder Ei. Dickmacher Nummer 1 ist das Fett – und deshalb in der roten Pyramidenspitze platziert.

ROT: Die Spitze steht schließlich für jene Lebensmittel, die nur selten auf dem Speiseplan stehen sollten, wenn die Basis und das Mittelfeld ausreichend vertreten sind.Fette und Öle sowie süßen und fettigen Snacks.

Da ungesättigte Fettsäuren für den Körper lebensnotwendig sind, dürfen diese keineswegs weggelassen werden. Diese kommen vor allem in pflanzlichen Ölen wie Rapsöl vor. Mit tierischen Fetten - beispielsweise Butter und Schmalz – sollte aber gespart werden. Insgesamt dürfen es zwei Portionen Fette und Öle sein.

Über dieser Gruppe thront der letzte rote Baustein. Er steht für Extras wie Schokolade, Cola und Chips.

Die Ernährungsempfehlungen für Kinder im Überblick

  • Genieße höchstens 1 Portion Süßes, fette Snacks, gezuckerte Getränke
  • Verwende sparsam 2 Portionen Öle und Fette
  • Genieße maßvoll 3 +1 Portionen Milch, Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Ei, Wurst/Aufschnitt
  • Iss dich satt an 4 Portionen Obst, Gemüse, Salat und Rohkost
  • Iss dich satt an 5 Portionen Brot, Beilagen, Getreide
  • Lösche Durst mit 6 Portionen Getränke

Mengenmaß für Portionen: 1 Portion Getränk = 1 Glas 1 Portion Brot = 1 Scheibe 1 Portion Beilagen = 2 Hände voll 1 Portion Gemüse/Obst = 1 Hand voll bzw. 100 ml Fruchtsaft (ohne Zuckerzusatz) 1 Portion Milchprodukt = 1 Glas Milch, 1 Becher Joghurt, 1 Scheibe Käse 1 Portion Fleisch/Fisch = 1 Handteller 1 Portion Ei = 1-2 Eier 1 Portion Fett/Öl = 1,5-2 Esslöffel 1 Portion Süßes/Snacks = 1 Stück, 1 Hand voll 



Weiteres zum Thema:  

Ernährungsverhalten

  
Gewinnspiel_728x90
  
Ausflugsziele an der Bergstrasse und in der Umgebung
  
  
JAHN Reisen