Wenn Kinder gesunde Ernährung verschmähen

„Iiiih, das will ich nicht!“ – Wenn Kinder etwas nicht essen möchten, nehmen sie kein Blatt vor den Mund. Ein repräsentatives DAK-Gesundheitsbarometer zum Thema Ernährung hat ergeben, dass sich bei drei Viertel der befragten Familien zuweilen wahre Dramen am Tisch abspielen. Denn die Großen haben ganz andere Vorstellungen von gutem Essen als die Kleinen. Den meisten Kids schmecken Pommes, Spaghetti und Co. zum Beispiel viel besser als Blumenkohlauflauf oder grüner Salat. Eine echte Herausforderung also für Eltern, dem Nachwuchs auch gesundes Essen schmackhaft zu machen. Denn Kinder haben einen hohen Bedarf an Nährstoffen, die in den typischen Lieblingsgerichten leider nur spärlich enthalten sind. Außerdem kann gesunde Ernährung bereits im Kindesalter das Risiko von Diabetes oder Herzkreislauf-Erkrankungen im Erwachsenenalter verringern.
 

Was tun, wenn Kinder keine Lust auf gesundes Essen haben?

Bunt, knackig und gesund
Was den Speiseplan betrifft, mögen Kids keine Experimente: Sie essen am liebsten, was sie schon kennen. In diesem Fall kommen Eltern nur mit Geduld weiter: „Eltern sollten ihren Kindern immer wieder verschiedene gesunde Lebensmittel anbieten. So wird Unbekanntes zu Bekanntem, und die Kleinen greifen ganz von alleine zu“, rät DAK-Ernährungswissenschaftlerin Hanna-Kathrin Kraaibeek. Auch kleine Tricks können hilfreich sein: So mögen viele Kids Obst lieber als Gemüse, weil es schön süß ist. Mit ein paar leckeren Früchten können ihnen daher auch Salate schmackhaft gemacht werden.

Zwecklos ist es, Ungesundes ganz zu verbieten
Tabu-Lebensmittel werden nur noch reizvoller: „Versuchen Sie es mit gesunden Varianten der Lieblingsgerichte“, empfiehlt die Expertin. „Pizza beispielsweise kann statt mit fetter Salami auch mit Tomaten oder Paprika belegt werden.“
Um Kinder für Gemüse zu begeistern, bieten sich anstelle von breiigem Spinat knackige Sticks aus Möhren, Sellerie oder Gurke als Beilage und Snack an. „Kids ist es lieber, Lebensmittel eindeutig zu erkennen und zu schmecken. Und außerdem macht es Spaß, mit den Händen zu essen“, erläutert die Ernährungswissenschaftlerin. Leckere Joghurtdips sorgen für noch mehr Geschmack und enthalten viel Kalzium und Magnesium.

Kids in die Küche!
Kinder übernehmen gern „Erwachsenenaufgaben“. Das gilt auch fürs Kochen. Wenn kleine Starköche Rezepte aussuchen und bei der Zubereitung mithelfen dürfen, probieren sie die gesunden Speisen auch gern aus. Besonders die Wochenenden bieten sich für regelmäßige „Koch-Events“ an, denn Zeit und Geduld sind in jedem Fall nötig, wenn die Kids den Löffel schwingen.

Vorbilder am Esstisch
Achzig Prozent aller Familien essen mindestens einmal am Tag gemeinsam, so das Ergebnis der Umfrage. Sehr erfreulich, denn der Esstisch ist der optimale Ort für den täglichen Austausch. Außerdem werden die Kleinen dort neugierig auf die Speisen der Erwachsenen. „Am großen Tisch sind gute Vorbilder gefragt“, erläutert Kraaibeek. „Wenn Eltern und Geschwister Gemüse mit Genuss verspeisen, greifen auch die Jüngsten früher oder später zu.“ Themen wie Hausaufgaben oder schlechte Noten sind übrigens echte Appetitzügler und sollten warten, bis die Teller abgeräumt sind.

Kalorienfalle Kindernahrungsmittel
Süße Frühstücksflocken, bunt verpackte Joghurts und fruchtige Durstlöscher – die Lebensmittelindustrie wartet mit einem großen Sortiment speziell für Kinder auf. „Kinderlebensmittel enthalten viel Zucker, deshalb schmecken sie den Kids auch so gut“, warnt DAKErnährungswissenschaftlerin Kraaibeek. „Oft sind sie eine der Ursachen für Übergewicht bei Kindern.“ Ein Beispiel: 100 Gramm Kinderjoghurt enthalten rund fünf Stück Würfelzucker! Deshalb sollte man auf die bunt verpackten Kalorienbomben lieber verzichten und beispielsweise Naturjoghurt mit frischen Früchten „versüßen“. Als Durstlöscher eignen sich Wasser oder Saftschorlen besser als fertige Kinderdrinks, die neben reichlich Zucker auch oft eine Reihe von ungesunden Zusatzstoffen enthalten.

Das bisschen Babyspeck?
Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist jedes fünfte Kind zu dick, jedes zehnte gilt sogar als fettleibig. Tatsache ist: Die überflüssigen Kilos wird man schwer wieder los. Die Folgen sind „Alterskrankheiten“ wie Diabetes Typ II, Bluthochdruck oder Gicht.  Quelle: repräsentative Forsa-Befragung



Weiteres zum Thema:  

Ernährungsverhalten

  
Gewinnspiel_728x90
  
Ausflugsziele an der Bergstrasse und in der Umgebung