In Weinheim führt der erste Kinderwanderweg an Neckar und Odenwald zu spannenden und lustigen Stationen

 
„Warum nennt man diesen Weg wohl den Räuberschlappen?“ Roland Robra muss lächeln, als gleich fünf oder sechs Finger in die Luft schnellen. Die Kinder sind mit Feuereifer dabei, als der Weinheimer Umweltberater seine Fragen stellt. Klar, der schmale Trampfelpfad führte auf schnellstem Wege aus der Stadt möglichst hoch hinauf in den Wald. Dorthin konnte der Ganove also schnell flüchten und seine Beute in einer Höhle verstecken. Deshalb der Name Räuber. Aber „Räuberschlappen“? Da gibt es erst nur lange Gesichter. Robra löst das Rätsel grinsend auf: Im Volksmund wurde der Weg so genannt, weil ein Räuber auf der Flucht einmal seinen Schuh verlor und deshalb gefasst wurde - seinen „Schlappen“ also.
 
Weiter geht’s auf dem Weinheimer Kinder-Wanderweg, dem ersten im Bereich des Naturparks Bergstraße-Odenwald, der rund 4,2 Kilometer lang recht stadtnah durch den Weinheimer Wald führt. Roland Robra hat ihn gemeinsam mit Naturpark-Geschäftsführer Manfred Robens entwickelt. Robra selbst führt in Weinheim seit Jahren immer wieder Kindergartengruppen und Schulklassen durch
den nahen Forst. Mit spannenden Geschichten,
 
Anekdoten und Vorführungen hat er dabei schon manchen jungen Wandermuffel auf den Geschmack von Freiheit und Abenteuer gebracht. Daraus sei die Idee entstanden, einmal einen richtigen Kinderwanderweg zu entwickeln. Der Naturpark war gleich begeistert, vor allem weil sich der Umweltberater noch einen anderen Weinheimer ins Boot holte: Den originellen Kinderlieder-Musikanten Hartmut E. Höfele, der in Weinheim ein Tonstudio betreibt, unzählige CDs für Kinder eingespielt hat und eigentlich immer den Ton trifft, der bei Kindern die Musik macht. Dieses Trio, unterstützt von der Kinderbuchautorin Susanne Steffe, haben jetzt „Mit Kindern über Stock und Stein“ entwickelt: Einen Erlebniswanderweg für Kinder. Dazu gibt es die passende Musik-CD.
 
Acht Stationen säumen den Weg, überall können Robra und Höfele als „Wilder Willi“ Geschichten erzählen wie diese vom Räuberschlappen. An einer alten Eiche zum Beispiel erfahren die Kinder, wie wichtig diese Bäume früher in der Herstellung von Lederhäuten waren. Woanders lernen sie die „Kinderstube des Waldes“ kennen – und so weiter. Spannend ist es auch immer, wenn die Früchte den jeweiligen Bäumen zugeordnet werden müssen. Geklettert wird natürlich auch.

Am Wochenende weihte eine Gruppe von rund einem Dutzend Kindern schon mal bei bester Laune den Kinderwanderweg ein. Von Zeit zu Zeit werden Robra und Höfele öffentliche Touren anbieten, zu denen man sich anmelden kann. Der Weg ist für Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren in etwa drei Stunden (mit den Unterbrechungen und einem Vesper in einer Waldhütte am Weg) gut zu schaffen. Familien können ihn aber auch auf eigene Fast erkunden. Auf dem Wanderportal „Wanderwalter.de“ ist der Weg ausgewiesen, so dass er auf einem gps-fähigen Handy nachverfolgt werden kann. Oder man druckt sich die Seiten samt Karte vor dem Ausflug aus und nimmt sie mit mit. Der Direktlink zum Kinderwanderweg „Mit Kindern über Stock und Stein“ lautet: http://karte.wanderwalter.de/naturpark-neckartal-odenwald/593.html


  
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