Arbeiten mit der Natur

Garten- und Landschaftsbau

Frauen können ihren DVD-Player nicht bedienen, keinen Nagel in die Wand hauen und haben Probleme, rückwärts einzuparken? Von wegen! Das ganz und gar nicht schwache Geschlecht erzielt im Durchschnitt die besseren Noten und Schulabschlüsse und weiß auch, wie man richtig einparkt und zupackt

Viele Mädchen sind handwerklich geschickt und haben ein gutes technisches und naturwissenschaftliches Verständnis; trotzdem entscheiden sich die meisten von ihnen nach der Schule für die vergleichsweise geringe Bandbreite der bekanntesten Berufe. Fehlt jungen Frauen das Interesse an anderen Berufsfeldern oder erhalten sie zu wenig Förderung und Informationen? Industrie und Wirtschaft suchen jedenfalls händeringend nach qualifiziertem Nachwuchs, zum Beispiel im technischen und techniknahen Bereich. Dies bestätigt auch die Initiative „Girls´ Day“, die junge Frauen auf „typische Männerberufe“ aufmerksam machen will. Denn gerade in denen haben sie gute Chancen auf eine erfolgreiche berufliche Karriere. Beste Zukunftsperspektiven bietet zum Beispiel der Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau), dank moderner Technik sind die körperlich schweren Arbeiten wesentlich erleichtert.

Ins rechte Licht rücken

„Am Anfang ist es schon komisch, als einzige Frau unter den Auszubildenden beim Pflastern den Hammer zu schwingen“, erklärt Katrin L. zurückblickend. Die 17Jährige hat beim Girls´ Day vor zwei Jahren einen Schnupperworkshop in einem GaLaBau-Betrieb an ihrem Wohnort besucht – und dort später einen Ausbildungsplatz bekommen. „Zuerst wollten mir die Jungs die schwereren Arbeiten abnehmen, dann aber haben sie verstanden, dass ich nicht aus Zuckerguss bin. In der Berufsschule bin ich sogar eine der Besten!“ erzählt sie stolz. Mittlerweile kann sich die junge Frau gut durchsetzen und geht ganz selbstverständlich mit großen Maschinen, Messdaten und Bauplänen um. Sie wird auch noch viel über Pflanzen, ihre Verwendung und den Umweltschutz lernen.

Die Welt gestalten

Zu den Aufgaben eines Landschaftsgärtners gehört es auch, Terrassen zu gestalten, Gärten, Spielplätze und Teiche anzulegen sowie das öffentliche Grün in der Stadt zu pflegen. Kurzum: Landschaftsgärtner und Landschaftsgärtnerinnen machen die Welt grüner und damit lebendiger, gesünder und schöner. Das ist gefragt: Der Wert von öffentlichem und privatem Grün steigt immer mehr im Bewusstsein von Unternehmen und Gemeinden, von Bürgern und nicht zuletzt von Gartenbesitzern. Rund 6000 Betriebe in Deutschland bilden junge Frauen und Männer zu Landschaftsgärtnern aus. Für interessierte Schüler und Schülerinnen ist es hilfreich, vorab ein Praktikum zu absolvieren, damit sie besser einschätzen können, ob der Beruf für sie in Frage kommt. Ein Praktikum gibt Schülerinnen Gelegenheit zu zeigen, was für Fähigkeiten in ihnen stecken und hilft Fachleute zu überzeugen, dass Mädchen auch für technische und handwerkliche Tätigkeiten berufen sein können. Ein Praktikum sichert auch einen Vorsprung auf dem Arbeitsmarkt: Viele Unternehmen stellen bevorzugt „erprobte“ Praktikanten als Auszubildende ein. Nach der erfolgreichen Ausbildung, die neben der Arbeit im Betrieb auch die überbetriebliche und schulische Ausbildung in der Berufsschule umfasst, gibt es zahlreiche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Landschaftsgärtner können sich zum Meister, Techniker oder Ingenieur weiterbilden oder sich zum Baumpfleger oder Greenkeeper fortbilden. Das neue Ausbildungsjahr beginnt am 1. August 2006: Für Bewerbungen wird es Zeit! Mehr zum Beruf Landschaftsgärtner/Landschaftsgärtnerin gibt es unter www.landschaftsgaertner.biz.

Im Auftrag von Natur und Umwelt - Baumschuler sehen grün

Unser Freund, der Baum: Er gehört zu den ältesten Lebewesen der Erdgeschichte, produziert pro Stunde bis zu 1200 Liter Sauerstoff, schützt den Boden gegen Erosion, reguliert den Wasserkreislauf, absorbiert Zehntausende Tonnen Schadstoffe aus der Luft und bildet vergesellschaftet grüne Oasen in grauen Städten. Bäumen verdankt der Mensch Schutz, Nahrung, Erholung, Rohstoffe, Mobilität und Lebensqualität. Einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Vermehrung von Bäumen leisten Baumschulen, denn hier werden Bäume und auch Sträucher gezogen, um den privaten oder öffentlichen Raum zu verschönern und aufzuwerten. Das Bewusstsein für die Umwelt wächst, auch und gerade bei der jungen Generation. Jugendliche, die sich für die Welt draußen und das Zusammenspiel von Natur, Mensch und Technik interessieren, haben eine gute berufliche Perspektive in grünen Berufen, ausgezeichnete Entwicklungsmöglichkeiten bieten Baumschulen.

Durch Praktikum zum Ziel

Manuela K. ist zufällig auf den Beruf der Gärtnerin mit Fachrichtung „Baumschule“ (Baumschulerin) gestoßen: „Ich engagiere mich schon länger ehrenamtlich für Natur und Umweltschutz. Dass ich so etwas jetzt auch beruflich machen kann, freut mich ganz besonders und ist einem Aushang im Jugendheim zu verdanken. Da suchte eine Baumschule einen Praktikanten. Nach meinem Praktikum stand für mich fest: Das ist genau mein Traumberuf!“, so die Auszubildende im dritten Lehrjahr. „Ich habe bisher viel über den Umgang mit Pflanzen gelernt, über verschiedene Bodenqualitäten und die richtige Düngung“, erzählt sie weiter. „Am Besten finde ich aber, dass ich an der frischen Luft und mit meinen Händen arbeiten kann. Ein Bürojob wäre nichts für mich.“ Die Ausbildung zum Baumschuler dauert drei Jahre. Es gilt die verschiedenen Pflanzensorten und –arten kennen zu lernen, deren Verwendung und Aufzucht, Pflanzenschutz und den Verkauf. Baumschuler wissen, wie Pflanzen vermehrt werden und sich optimal entwickeln. Sie stellen einen Pflanzplan auf, pflanzen Bäume und Sträucher in Container oder im Freien an, pflegen, schneiden und roden sie. Auch Neuzüchtungen und Veredelungen gehören zu ihrer Arbeit, also die Kreuzung zweier Sorten und besondere Vermehrungsarten. Baumschuler arbeiten in Produktionsbetrieben oder Einzelhandelsbaumschulen, der Grünplanung oder der Gartenbauverwaltung. Manuela K. will nach der Ausbildung ein Studium beginnen. „Ich will später Gartenarchitektin werden und da ist meine Pflanzenkenntnis die beste Voraussetzung. Vielleicht werde ich aber auch in der Praxis bleiben und noch ein Jahr in einer Spezialbaumschule arbeiten. Es gibt so viele Möglichkeiten!“ Ausführliche Informationen zum Beruf des Baumschulers und Adressen von ausbildenden Unternehmen gibt es unter http://www.baumschuler.de/.
 


  
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