PC-Spiele für Kinder: Klare Regeln sorgen für Spaß statt Frust 

Computerspiele sind gefährlich, machen Kinder aggressiv und gewaltbereit. Dieses Vorurteil ist weit verbreitet, trifft aber nicht auf alle Spiele zu. "Es stehen immer nur die Ballerspiele im Mittelpunkt. Das ist so, weil vielen Erwachsenen die Welt der PC- und Konsolenspiele fremd ist.

Dabei gibt es auch durchaus gute interessante Spiele", meint Karin Schreiner-Kürten, Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin beim AOK-Bundesverband. Viel wichtiger, als diese Spiele zu dämonisieren, ist der verantwortungsvolle Umgang.

Deshalb rät die AOK-Expertin allen Eltern, sich mit der Materie zu befassen. "Klare Spielregeln helfen, Verbote nicht!", sagt Schreiner-Kürten. Wenn man über Computerspiele spricht, denkt man schnell nur an Gewalt verherrlichende Spiele. "Klar ist, dass Spiele, die sich um Gewalt drehen, nicht gut für Kinder und Jugendliche sind. Davon kann ich also nur abraten. Das macht aber nicht automatisch aus jedem Computerspiel ein schlechtes Spiel", so Karin Schreiner-Kürten. Vielmehr sollten Eltern kritisch mit dem Wunsch der Kinder umgehen, allerdings auch nicht alles verbieten. Spiele sollten immer zusammen ausgewählt werden und bestimmte Kriterien müssen erfüllt sein: Ist das Spiel altersgerecht? Fördert das Spiel die Geschicklichkeit und logisches Denken?

Welche Kommunikationsmöglichkeiten gibt es, z.B. Mehrspieler-Modus? Gibt es interessante Aktionen, welche Ziele müssen erreicht werden? "Wenn das Kind beispielsweise eine Prinzessin befreien muss, dann ist auch Strategie gefragt", nennt Schreiner-Kürten einen positiven Spiele-Inhalt. Anspannung und Entspannung Grundsätzlich ist Spielen nämlich etwas Positives. "Das Spielen am PC oder einer Konsole macht den Kindern Spaß", sagt AOK-Expertin Schreiner-Kürten. Momente der Anspannung wechseln mit Momenten der Ent-spannung, bringen Lust und Freude - ganz so, wie beispielsweise das altbekannte und immer noch sehr beliebte Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiel. Denn der Hauptunterschied zwischen PC- und Brettspiel ist die Interaktion mit einem technischen Gerät.

Damit das Spielen Kindern wie Eltern Freude bereitet, sollten sich beide Seiten mit der Materie intensiv beschäftigen. Wichtig sei, dass Kinder differenzieren können zwischen dem virtuellen Raum und der Realität: "Dann ist die Gefahr gering, dass sich kämpferische Inhalte eines PC-Spiels in den Alltag auswirken", sagt die AOK-Expertin und fügt hinzu: "Ist ein Kind sozial integriert und hat es Freunde, dann geht es auch nach draußen zum Spielen und sitzt nicht nur vorm PC." "Nutzungsverträge" sind hilfreich Eine große Hilfe für Kinder und Eltern, den Umgang mit Computerspielen zu regeln, sind "Nutzungsverträge".

Darin einigen sich die "Parteien" auf begrenzte Zeiten, zu denen gespielt werden darf. "Das kann auch schriftlich festgehalten werden", rät die AOK-Expertin. Natürlich gehören auch Konsequenzen bei Nichteinhaltung dazu. Wichtig ist es, dass die Inhalte ausgehandelt werden. "Eltern sollten sich darauf einlassen und nicht einfach sagen: Das ist es!" Ebenso muss klar sein, dass der Medienkonsum durchs Spielen an PC oder Konsole nicht ausgeweitet wird. "Wer am PC spielt, darf weniger Fernsehen schauen", betont Schreiner-Kürten. Allerdings übten besonders neue Spiele eine besondere Faszination aus und die Kinder könnten schnell mal die Zeit vergessen. "Auch da sollten Erwachsene verständnisvoll sein. Denn wem ist es noch nicht passiert, dass er an einem besonders guten Buch hängen geblieben ist und die Zeit vergessen hat?", fragt sie. Damit es in den Familien aber erst gar nicht zu Konflikten zwischen spielenden Kindern und besorgten Eltern kommt, hat Karin Schreiner-Kürten einen Rat für die Erwachsenen: "Spielen Sie einfach mal mit, lassen Sie sich auf eine neue Spielwelt ein!" So kommen Jung und Alt auch beim Thema PC-Spiele an "einen Tisch."


  
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