Zu fett, zu süß, zu teuer - Kinderlebensmittel sind überflüssig

Sie sind bunt, witzig verpackt, locken durch Sammelbildchen und werben mit der "Extraportion Milch" oder zugesetzten Vitaminen: Viele Eltern glauben, ihren Kindern mit sogenannten Kinderlebensmitteln etwas Gutes zu tun. "Doch das Gegenteil ist der Fall. Die meisten süßen Joghurts, Snacks, Müsliriegel oder Knuspermüslis sind fetter, süßer und teurer als herkömmliche Nahrungsmittel. Außerdem enthalten sie meist viele Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker und Farbstoffe", sagt Dorothea Jansen, Ernährungsexpertin der AOK. Ihr Rat: "Lassen Sie solche Produkte deshalb im Regal stehen. Besser ist es, wenn Kinder viel frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte essen." Industriell verarbeiteten Lebensmitteln sind meist reichlich Zusatzstoffe wie zum Beispiel Stabilisatoren, Geschmacksverstärker oder Konservierungsstoffe zugesetzt. Sie sollen den Geschmack, das Aussehen und die Haltbarkeit von Lebensmitteln verbessern oder die Verarbeitung erleichtern. Rund 320 Zusatzstoffe sind in der EU zugelassen. Besonders in Kinderlebensmitteln wie Limonaden, Fruchtgummis und cremigen Desserts sind viele dieser Stoffe enthalten. "Generell sind Zusatzstoffe nicht gesundheitsschädlich", sagt Jansen. Strenge Zulassungsvorschriften stellen sicher, dass keine Stoffe, die nachweislich gefährlich oder krebserregend sind, zugelassen werden.

Allergische Reaktionen
Allerdings reagieren manche Menschen auf den Verzehr bestimmter Zusatzstoffe mit allergieähnlichen Symptomen: Ihnen tränen zum Beispiel die Augen oder tropft die Nase. Diese Reaktionen gehören in der Regel nicht zu den echten Allergien, da das Immunsystem nicht daran beteiligt ist. Weil die Symptome aber ähnlich sind, spricht man von Pseudoallergien. "Am häufigsten lösen bestimmte Farbstoffe Reaktionen aus, zum Beispiel E 123 Amaranth", weiß Jansen. Farbstoffe sind unter anderem Gummibärchen, Lollis und anderen bunten Süßigkeiten, aber auch vielen Frühstückssnacks zugesetzt. "Wer mit allergieähnlichen Symptomen reagiert, muss diese Stoffe unbedingt meiden", sagt die Ernährungsexpertin. "Lesen Sie genau die Zutatenliste und achten Sie auf Problemstoffe." Doch auch wenn keine allergischen Reaktionen drohen, sollten Eltern nur wenig Fertigprodukte und sogenannte Kinderlebensmittel kaufen, die viele Zusatzstoffe enthalten. "Sonst gewöhnen sich die Kinder an den künstlichen Geschmack und mögen natürliche Lebensmittel wie zum Beispiel frische Erdbeeren oft gar nicht mehr", sagt Jansen. Statt süßer Frühstückssnacks sollten die Jungen und Mädchen morgens lieber eine Scheibe Vollkornbrot mit Käse oder Marmelade und dazu ein Stück Obst essen. Auch ein frisch zubereitetes, zuckerfreies Müsli aus verschiedenen Getreideflocken, mit Bananenscheiben oder Apfelstückchen und Joghurt oder Milch ist lecker und gesund.

Apfel statt Müsliriegel
Einmal am Tag sollten Kinder möglichst warm essen, zum Beispiel Kartoffeln oder Reis mit Gemüse. "Wenn es schnell gehen muss, können Sie auch Tiefkühlgemüse nehmen. Das ist vitaminreich und gesund", sagt Jansen. Suppen, Eintöpfe oder Aufläufe kann man gut in größeren Portionen kochen, dann einen Teil einfrieren oder ihn am nächsten Tag verzehren. Als Snack für Zwischendurch sollten Kinder statt eines Müsliriegels lieber einen Apfel, eine Banane oder Vollkornkekse essen. "Nicht empfehlenswert sind Softdrinks, Limonaden und Eistees. Diesen Getränken ist neben viel Zucker häufig Zitronensäure zugesetzt, die den Zahnschmelz schädigen kann", erläutert die Ernährungsexpertin. Gesünder sind Mineralwassser, Kräuter- oder Früchtetees. Jansen empfiehlt: "Den Tee können sie auch mit Säften mischen, dann schmeckt er den Kindern häufig besser."



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