Kultur-Tipps Rhein Main 2010  - Die Highlights

Frankfurt verfügt aufgrund ihrer Vielfalt gleich in mehreren Städten über renommierte Museen und das Potenzial für spannende Ausstellungen. Im Mittelpunkt steht 2010 an verschiedenen Orten das Thema Expressionismus. „Viele Ausstellungshighlights des neuen Jahres sind eine Reise wert“.
 
Frankfurt
In Frankfurt gibt es zum „Phänomen Expressionismus“ insgesamt vier Ausstellungen, von denen die spektakulärste die „Ernst Ludwig Kirchner Retrospektive“ vom 23. April bis 25. Juli im Städel Museum ist. Mit 170 Werken wird das Gesamtwerk eines der bedeutendsten Künstler des deutschen Expressionismus gewürdigt.
 
„Else Lasker-Schüler – Das bildkünstlerische Werk“ lautet im Jüdischen Museum Frankfurt eine Hommage an das bildnerische Schaffen der Dichterin und Schriftstellerin (8. September 2010 bis 9. Januar 2011).
 
Unter dem Titel „Expressionismus im Rhein-Main-Gebiet – Künstler, Händler, Sammler“ gibt das Museum Giersch einen Überblick über Malerei, Grafik und Bildhauerei des Expressionismus im Rhein-Main-Gebiet von 1915 bis 1937 mit Werken u.a. von Max Beckmann, Alexej von Jawlensky und Ludwig Meidner (26. September 2010 bis 30. Januar 2011).
 
Im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt thematisiert eine Sonderschau „Martin Elsaesser und das Neue Frankfurt“ (10. Oktober bis 31. Januar 2011). Die Arbeiten des Architekten waren prägend für das „Neue Frankfurt“, dem Siedlungsbau in den 1920er und -30er Jahren.
 
Noch bis zum 28. Februar zeigt das Städel Museum die Ausstellung „Botticelli“.
 
Von 5. Februar bis 9. Mai widmet sich die SCHIRN Kunsthalle Frankfurt einem der bedeutendsten Neoimpressionisten, George Seurat. Als wichtigster Vertreter des von ihm entwickelten Pointilismus gilt er als eine Ikone der bildenden Kunst des 19. Jahrhunderts.
 
Vom 11. bis 16. April steht Frankfurt im Rampenlicht – die Luminale 10, die parallel zur Weltleitmesse für Architektur und Technik „Light+Building“ stattfindet, inszeniert Lichtprojektionen auf einer Vielzahl von Bauwerken in der ganzen Stadt. Shuttlebusse verkehren zwischen den einzelnen Gebäuden, in denen auch Veranstaltungen zum Thema stattfinden.
 
Im Senckenberg Museum, einem der großen Naturkundemuseen Deutschlands, wartet vom 18. Juni bis Januar 2011 ein weiteres Ausstellungshighlight: „Dinosaurier – Giganten Argentiniens“ macht auf seiner Europatournee auch in der Mainmetropole halt und zeigt neben 23 kompletten Skeletten und lebensgroßen Rekonstruktionen wertvolle Originale wie Dinosaurier-Eier und einen Dinosaurier-Embryo.
 
Wiesbaden
Das Museum Wiesbaden beherbergt neben zahlreichen großartigen Sammlungen und Ausstellungen auch die europaweit bedeutendste Sammlung des russischen Malers Alexej von Jawlensky. So ist es naheliegend, dass sich ihm auch eine große Sonderaustellung im Rahmen der Reihe „Phänomen Expressionismus“ widmet. Unter dem Titel „Das geistige in der Kunst – Der Blaue Reiter, Jawlensky, Kandinsky und die Folgen“ werden vom 31. Oktober bis 27. Februar 2011 das Schaffen des „Blauen Reiters“ und das Erbe des Expressionismus in späteren Stilepochen thematisiert. Weitere Sonderausstellungen des Museum Wiesbaden zeigen Werke von Alan Uglow, Anton Stankowski, Werner Graeff und Alan Green.

Im frauen museum wiesbaden kann vom 24. Januar bis zum 25. April die Ausstellung „Fräulein Stinnes fährt um die Welt“ besucht werden – die Geschichte von Clärenore Stinnes, die 1927 als erste Frau die Erde mit einem Automobil umrundet hat.
 
Darüber hinaus findet noch bis 2. Mai im historischen Marktkeller die beeindruckende Titanic-Ausstellung statt. Diese Ausstellung lädt die Besucher ein, auf Zeitreise zu gehen und den Mythos Titanic hautnah zu erleben. Audioführungen in acht verschiedenen Sprachen sowie die weltweit größte Sammlung von Gegenständen aus der Geschichte des Luxusliners geben Einblicke in die persönlichen Schicksale der Passagiere.
 
Darmstadt
Auch Darmstadt widmet sich dem „Gesamtkunstwerk Expressionismus“: Das Institut Mathildenhöhe Darmstadt realisiert vom 24. Oktober 2010 bis 13. Februar 2011 in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Filmmuseum Frankfurt eine umfassende Ausstellung über die markanten Wechselwirkungen und Parallelentwicklungen der – bislang vorzugsweise separat behandelten – künstlerischen Gattungen des Expressionismus. Die große Übersichtsschau im historischen Ausstellungsgebäude der Mathildenhöhe vereint erstmalig Filmausschnitte, Architekturskizzen, Raummodelle, Fotos, Plakate und Text-Ton-Collagen mit Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen zu einem einzigartigen Panorama der expressionistischen Epoche.
 
Bereits vom 7. Februar bis 24. Mai 2010 bietet das Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe die Retrospektive „Joseph Maria Olbrich 1867-1908. Architekt und Gestalter der frühen Moderne“.
 
Taunus
Im Rahmen der Expressionismus-Reihe zeigt das Stadtmuseum Hofheim „Scharfer Hieb und zartestes Schnitzen – Holzschnitte und Holzskulpturen der Brücke – Künstler Heckel, Kirchner, Schmidt-Rottluff bis 1920“ (10. Oktober 2010 bis 20. Februar 2011). Bereits von März bis Ende Mai zeichnet in Hofheim die Ausstellung „Computerwelten – Vom Abakus zum Avatar“ mit multimedialen Installationen und historischen Exponaten die Geschichte des Computers nach.
 
Das Freilichtmuseum Hessenpark zeigt als Sonderschau vom 27. April bis 28. November „Einkaufen! Eine Geschichte des täglichen Bedarfs“. Die Ausstellung spannt einen Bogen vom frühen 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart und skizziert einen Ausblick in die Zukunft.
 
Im Römerkastell Saalburg gibt die Sonderausstellung „GENERATIONS – die Soldaten Roms“ bis 15. August 2010 durch szenische Darstellungen mit Puppen sowie lebensgroßen Fotos von Soldaten einen Überblick über die Bewaffnung und Ausrüstung über vier Jahrhunderte.
 
Über „Düfte! Verführung aus der Flasche“ informiert das Heimatmuseum Friedrichsdorf-Seulberg vom 15. August bis 10. Oktober.
 
Rheingau-Taunus
Das Bad Schwalbacher KurStadt-Apothekenmuseum zeigt noch bis 28. Februar Aufbruchstimmung - Bad Schwalbach in den 50er Jahren. 
In Rüdesheim am Rhein erinnert eine Ausstellung im Jubiläumsjahr „750 Jahre St. Jakobus Kirche“ an die spannungsvolle Geschichte der Kirche.
 
Bingen
„Der Rhein im Spiel – Von der Gründerzeit zur Gegenwart“ lautet das Motto der Sonderausstellung im Historischen Museum am Strom – Hildegard von Bingen (bis 31. März 2010). Viel Zeitgeist steckt in jedem der zahlreichen Reise-, Brett-, Quartett-, Domino- und Lotto-Spiele vom Rhein, die vor allem in der Zeit um 1900 sehr populär waren und manchmal sogar noch heute neu auf dem Markt erscheinen. Spielerisch und interaktiv präsentiert das Museum am Strom einen Großteil der mehr als 100 historischen Rheinspiele aus seiner Sammlung.
 
Hanau
Spannende Einblicke in die Schmuckgestaltung liefert immer wieder das Deutsche Goldschmiedehaus am Altstädter Markt 6 (www.gfg-hanau.de) in Hanau. Darunter im Jahr 2010 „18 Positionen zur zeitgenössischen Schmuck- und Gerätgestaltung“ (28.1.- 6.4.), die 16. Silbertriennale vom 4. November bis Februar 2011 mit aktuellen Tendenzen der weltweiten Silberschmiedeszene, sowie die Ausstellung „Das Antlitz der Taschenuhr 1500 bis 1950“ (14.11. bis Februar 2011)
Mit der Wanderausstellung "Märchenwald und Zauberschloss" würdigt die Stadt Hanau den 225.Geburtstag von Jacob Grimm. Die erste Präsentation ist noch im Neustädter Rathaus am Marktplatz bis 31. Januar zu sehen. Märchen aus Russland werden im Historischen Museum Hanau im Schloss Philippsruhe unter dem Motto „Hinter dreimal neun Ländern...“ ab dem 30. Mai präsentiert. Die Ausstellung der Brüder Grimm-Gesellschaft vermittelt einen Querschnitt durch die volkstümliche und literarische Tradition des Märchens in Rußland, die einen besonderen Niederschlag auch in der Illustrationsgeschichte gefunden hat.
 
Zu den bedeutenden Künstlern des 20. Jahrhundertes zählt der Großauheimer Maler August Peukert (1912-1986). „August Peukert – Die Sammlung Alfons und Marianne Kottmann“ wird vom 30. Januar bis 28. Februar im Schloss Philippsruhe gezeigt.
 
Im Frühjahr 2010 eröffnet das Kunst- und Industriegeschichtemuseum Großauheim nach umfangreichen Umbauarbeiten seine neu gestaltete Kunstabteilung. Im Mittelpunkt stehen zwei herausragende Künstler, der Tierbildhauer August Gaul (1869-1921) und der Maler August Peukert (1912 - 1986).
 
Rüsselsheim
Das Kunstzentrum Opelvillen Rüsselsheim zeigt vom 24. Februar bis 16. Mai die Ausstellung "Mit Abstand - Ganz nah. Fotografie aus Leipzig". Die Ausstellung gibt mit Werken von 25 Künstlern einen Überblick zur Leipziger Fotografie seit den späten 1970er-Jahren bis in die unmittelbare Gegenwart.
"Die Zukunft des Autos? Mobilität jenseits aktueller Nachhaltigkeits-Debatten" ist vom 9. Juni bis 4. Juli in den Opelvillen zu sehen. Die aktuelle Schau mit Plänen und Modellen von Mobilitätsperspektiven wird am 6. Juni mit einem Symposium eröffnet.
 
Über 100 Blätter amerikanischer Grafik der 1960er- bis 1980er-Jahre zeigt die Ausstellung "American Pop Posters" vom 8. September bis 28. November. Darunter Drucke von Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg, Jasper Johns und Keith Haring.
 
Aschaffenburg
Das Schlossmuseum Aschaffenburg zeigt unter dem Titel „KeltenLand am Fluss“ Zeugnisse keltischen Lebens im Rhein-Main-Gebiet (15.5. bis 12.9.). Leihgaben aus dem In- und Ausland und eigene Bestände beschreiben ein über ganz Europa gespanntes Netz von technischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen.
 
Die Kunsthalle Jesuitenkirche präsentiert mit „Daniel Spoerri – von den Fallenbildern zu den Prillwitzer Idolen“ einen der bedeutendsten internationalen Künstler im Jahr seines 80. Geburtstages (23.1. - 11.4.).
 
Die Aschaffenburger Stiftsbasilika präsentiert sich als „Zeitzeugin einer 1000-jährigen Geschichte“. Bis 1803 war sie ein Symbol geistlicher Macht der Erzbischöfe und Kurfürsten von Mainz. Zu den eindrucksvollsten Kunstschätzen gehören eine Kopie der sogenannten Stuppacher Madonna und die Beweinung Christi von Matthias Grünewald. Im angeschlossenen Stiftsmuseum ist die Ausstellung „Pracht und Glaube des Mittelalters“ zu sehen. Der kostbare Stiftsschatz St. Peter und Alexander beeindruckt mit Objekten aus Silber, Bergkristall und Gold, sowie mit kostbaren Buchmalereien. Im Zentrum steht der berühmte „Magdalenen-Altar“ aus der Werkstatt Lucas Cranachs.
 
Offenbach
Im Klingspor Museum Offenbach, Museum für Buch- und Schriftkunst, läuft noch bis 14. Februar die Internationale Kinderbuchausstellung und am 25. November 2010 bis Februar 2011 können die Besucher in den nächsten „Kinderwelten“ blättern. Ein Lebenswerk verfolgen kann man ebendort mit der Sonderausstellung vom 5. März bis 25. April: „Paul Stein – Tag um Tag“ ist ein einzigartiges Werk von 90 Büchern, in denen Paul Stein (1949-2004) täglich als Autor, Schriftgestalter, Zeichner und Maler arbeitete.
 
Das Deutsche Ledermuseum/Schuhmuseum Offenbach wird in der zweiten Jahreshälfte wegen Umbau geschlossen. Vom 25. April bis 20. Juni zeigt eine Sonderausstellung Reliefbilder nach chinesischen Vorbildern aus dem 17. Jahrhundert: Genji Monogatari - Die Geschichte des ebenso liebenswürdigen wie liebeshungrigen Prinzen Genji.
Die Ausstellung mit den Werken des chinesischen Künstlers Yongbo Zhao ist vom 14. März bis 30. Mai im Rosenheim-Museum in Offenbach ein Höhepunkt des Jahres.
 
Kreis Offenbach
Im Landschaftsmuseum in Seligenstadt sind vom 21. Januar bis 21. März Andrea Plefkas Aquarelle " Kleine Momente" sowie Margret Baumanns Objekte und Fotos "Mind the Gap" zu sehen. Vom 25. März bis 16. Mai schließen sich an: Wang Peiyuan "Kalligraphie aus dem Reich der Mitte" sowie Dieter Mulchs Malerei und Skulptur "Memory".
 
Wetterau
In Bad Nauheim-Steinfurth lädt ganzjährig das Rosenmuseum zur Betrachtung und Auseinandersetzung mit der Königin der Blumen. Vom 16. bis 19. Juli lohnt der Besuch besonders anlässlich des alle zwei Jahre gefeierten Rosenfests. Vom 18. April bis 31. Oktober läuft die Sonderschau „Trachtenrosen & Lederhosen“. Vom 11. bis 20. Juni liefert das Rosenmuseum einen Beitrag in der Rosenhallenschau anlässlich der Landesgartenschau in Bad Nauheim.
 
Eine interessante Ausstellung über filigrane Motive mit schwerem Material gibt es vom 17. Juni bis 22. August in Gedern: „Eisenkunstguss des frühen 19. Jahrhunderts“ in Zusammenarbeit mit dem Kunstgussmuseum Hirzenhain. Alle Ausstellungsorte sind übrigens bestens mit öffentlichen Verkehrsmitteln innerhalb des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) zu erreichen und zum großen Teil in den Verbindungs-Fahrplänen als Sehenswürdigkeiten markiert.
 
 
Alle Angaben ohne Gewehr 
 
 

  
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