Wenn Eltern sich  um den Schlaf Ihres Kindes sorgen

Fünf Prozent aller Kinder haben einmal in der Woche nächtliche Angstfantasien. Vor allem Jungen zwischen sechs und zehn Jahren sind betroffen. Manche Kinder schlafwandeln, schlagen nachts im Bett um sich oder reden im Schlaf.  „Wenn Kinder nachts gelegentlich aufwachen, ist das noch lange keine Schlafstörung“, sagt der DAK-Kinderarzt Dr. Gerhard Kroschke.


 Wenn Eltern sich sorgen um den Schlaf ihres kindes
Manche Kinder schlafwandeln, schlagen nachts im Bett um sich oder reden im Schlaf. Auch das sei völlig normal, sagt der Kinderarzt. 
 

Ratschläge vom Kinderarzt zum Thema gesunder Kinder-Schlaf 

Eltern sind beunruhigt, wenn es mit dem Schlaf des Kindes nicht so klappt. Kinderarzt Dr. Kroschke von der DAK gibt Ratschläge:

Schlafstörungen erkennen
Von einer Schlafstörung spricht man erst dann, wenn der Nachwuchs länger als vier Wochen nachts keine Ruhe findet. Am Tag wirken die Kleinen dann meist schlapp und können sich nicht konzentrieren. Oder sie sind völlig aufgedreht und nörgelig. Schlafmangel kann die Entwicklung beeinträchtigen. Denn im Schlaf erholt sich der Körper und bildet neue Zellen. Knochen wachsen, das Immunsystem baut sich auf und kleine Wunden schließen sich. Die Nachtruhe bereitet auch auf den nächsten Schultag vor: Während des Tiefschlafs speichert das Gehirn Erlerntes im Gedächtnis.

Tage voller Reize
Ursache für Schlafstörungen kann Schulstress sein, aber auch Sorgen in der Familie oder zu viel Rummel am Tag. Aufregende Computerspiele, stundenlanges Fernsehen, E-Mails schreiben, chatten, SMS versenden: „Kinder müssen mit vielen Reizen umgehen. Abends fällt es ihnen oft schwer, zur Ruhe zu kommen, besonders wenn sie sich tagsüber zu wenig bewegen“, sagt Kroschke. Er rät: „Begeistern Sie Ihr Kind für eine Sportart oder unternehmen Sie regelmäßig etwas gemeinsam. Elektronisches Spielzeug sollte am Abend ausgeschaltet bleiben.“

Zu früh zur Schule
Dass Schulkinder morgens oft müde sind, muss nicht nur daran liegen, dass sie abends zu spät ins Bett gehen. Der Schulbeginn um acht Uhr passt nicht zum Biorhythmus vieler Kinder. Um neun Uhr anzufangen wäre für die meisten besser. Bei Jugendlichen spielen auch hormonelle Umstellungen eine Rolle. Die Produktion des Schlafhormons Melatonin setzt bei Teenagern etwa zwei Stunden später ein als bei Kindern. Die Folge: Sie sind abends länger munter und kommen morgens schlecht aus den Federn.

Ruhe durch Rituale
„Kinder sollen lernen, gerne ins Bett zu gehen. Dabei helfen feste Schlafenszeiten und abendliche Rituale. Eine Gute-Nacht-Geschichte und Kuscheln mit Mama oder Papa beruhigen. Mit einem kurzen Gespräch helfen Eltern ihren Kindern, die Ereignisse des Tages besser zu verarbeiten. Und böse Hexen verlieren ihre Bedrohung oft schon durch einen kurzen gemeinsamen Blick in den Schrank.

Schlafwandeln
Schlafwandeln ist bei Kindern bis zur Pubertät relativ häufig zu beobachten. Experten schätzen, dass bis zu 15 Prozent der Fünf- bis Zwölfjährigen schon mindestens einmal nachts aktiv waren. Andere vermuten, dass die Zahl der nächtlichen Ausflügler in dieser Altersgruppe noch höher liegt. Als Krankheit gilt das Phänomen allerdings erst bei Erwachsenen. Hier tritt es nur selten auf. Warum so viele Kinder schlafwandeln, ist Forschern immer noch ein Rätsel. Eltern sollten die Kleinen nicht aufwecken, sondern behutsam zum Bett zurückführen. Schlafwandler bewegen sich übrigens nicht mit der sprichwörtlichen Sicherheit. Daher sollten Eltern Fenster und Türen nachts fest verschlossen halten, um Unfälle zu vermeiden.

Konflikte im Kinderzimmer
Viele Eltern wünschen sich abends Ruhe und reagieren ungeduldig, wenn ihr Nachwuchs nicht einschläft oder sie nachts immer wieder aus dem Schlaf reißt. Streit um das leidige Thema Schlafengehen kann sich leicht aufschaukeln. Es nütze jedoch nichts, ein Kind ins Bett zu schicken, wenn es noch nicht müde sei. Jedes Kind hat ein individuelles Schlafbedürfnis. Schon früh zeigen sich Lang- und Kurzschläfer, Frühaufsteher und Nachteulen. Im Schnitt brauchen Zweijährige etwa 13 Stunden Schlaf, Grundschulkinder kommen mit rund zehn Stunden aus.

Indizien für eine Schlafstörung des Kindes
 
Sie sollten zum Kinderarzt gehen, wenn Ihr Kind:

  • vor dem Einschlafen häufig länger als 30 Minuten wach liegt
  • nachts ständig aufwacht und schlecht wieder einschläft
  • länger als vier Wochen über Schlafprobleme klagt
  • nachts oft einnässt
  • tagsüber immer müde und schlapp wirkt
  • extrem aufgedreht wirkt
  • sich nicht konzentrieren kann
  • regelmäßig Ringe unter den Augen hat

Tipp: Führen Sie ein Schlaftagebuch, falls Sie unsicher sind. Dort tragen Sie ein, wann Ihr Kind ins Bett geht, wie lange es schläft und wann es nachts wach liegt. Bringen Sie dieses Tagebuch auch zum Arztbesuch mit.

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