Zecken: klein und gemein

Es krabbelt wieder im Unterholz: Mit steigenden Temperaturen nimmt auch die Infektionsgefahr durch Zeckenbisse zu. 136 Kreise hat das Robert-Koch-Institut in diesem Jahr als FSME-Risikogebiete ausgewiesen – fast alle in Süddeutschland. Auch Hessen ist wieder eine Hochburg der kleinen Blutsauger. In acht Kreisen in Hessen besteht eine erhöhte Gefahr sich durch Zecken-Biss mit der Hirnhautentzündung FSME zu infizieren.

 

Foto_DAK

„Mit ihrem Biss können Zecken einerseits die gefährliche Hirnhautentzündung FSME übertragen“, warnt DAK-Landeschef Michael Hübner. „Viel häufiger infizieren sie die Menschen aber mit Borreliose.“ Im vergangenen Jahr erkrankten bundesweit rund 60.000 Menschen an Borreliose, 313 an FSME. Während Zecken mit dem FSME-Virus überwiegend in Süddeutschland vorkommen, wird Borreliose in allen Regionen Deutschlands übertragen.

So schützen Sie sich vor Zecken 

„Der beste Schutz ist vorzubeugen“, rät Hübner.  Zecken leben in Bodennähe im hohen Gras, Unterholz, Sträuchern, Büschen sowie im losen Laub. Beim Spaziergang, beim Pilze sammeln oder auch beim Spielen im Freien gelangen die Spinnentiere auf die Kleidung oder Haut. Dort suchen sie nach einer warmen Körperstelle und saugen sich fest.

  • Bei Streifzügen durch die Natur sollte man lange Kleidung und feste Schuhe tragen sowie Insekten abwehrende Mittel verwenden. Tragen . Die Kleidung sollte hell sein, denn so lassen sich die dunklen Zecken schon erkennen, bevor sie sich festgesaugt haben.
     
  • Setzen Sie sich nicht ungeschützt auf den Boden, sondern benutzen Sie immer eine ausreichend große Decke.
     
  • Verwenden Sie insektenabweisende Mittel (Repellentien).
     
  • Untersuchen Sie Ihren Körper gründlich auf Zecken. Besonders gern stechen die kleinen Blutsauger an Kopf und Hals, zwischen den Beinen und in den Kniekehlen zu. Bei Kindern sollte der Hals, die Ohren und der Bereich des Haaransatzes besonders gut untersucht werden. Kinder werden vor allem am Kopf gestochen.
     
  • Entfernen Sie Zecken sofort. Je länger die Zecke nämlich in der Haut steckt und Blut saugt, desto größer ist das Ansteckungsrisiko.  Deshalb ist es wichtig, Zecken schnell zu entfernen. Beim Entfernen darf die Zecke jedoch nicht gequetscht werden, damit der infizierte Mageninhalt der Zecke nicht in die Einstichstelle gedrückt wird. Mit Hilfe von Pinzetten oder Zeckenkarten aus der Apotheke können die Spinnentiere direkt am Beißwerkzeug gepackt und aus der Haut gezogen werden. Drehen ist allerdings nicht sinnvoll.
     
  • Nach dem Entfernen sollte die Stichstelle desinfiziert und einige Tage lang beobachtet werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte gleich zu einem Arzt gehen.
     
  • Die Zecke sollte auf gar keinen Fall mit Öl, Nagellackentferner oder anderen Chemikalien betäubt werden, weil sie dann vermehrt Magensaft absondert.
     
  • Wer in einem Risikogebiet lebt oder dorthin reist, kann sich gegen FSME impfen lassen. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Für alle, die beruflich viel in der Natur sind, zahlt der Arbeitgeber die Schutzimpfung. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Sie kann nur im Nachhinein mit Antibiotika behandelt werden.

 


  
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