Sebastiansmarkt: Alte Markttradition wird in Seeheim lebendig

 

 

Wer durch den alten Ortskern Seeheim spaziert, trifft in Höhe des Evangelischen Pfarrhauses seit einiger Zeit auf das Schild „Sebastiansmarkt“. Diesen Namen verlieh die Gemeindevertretung nach der Neugestaltung des Platzes. Die ehemalige Durchgangsstraße wurde in einen verkehrsberuhigten Bereich umgewandelt. Die Gestaltung ist dem historischen Ambiente angepasst.

Sebastiansmarkt Seeheim
 

Der Name Sebastiansmarkt geht auf das Pestjahr 1482 zurück. Die Seuche wütete fürchterlich, so dass die Menschen in ihrer Not Bittgottesdienste zum Heiligen Sebastian abhielten und ihn um Hilfe anflehten. Die überlebenden Bürger Seeheims erklärten aus Dankbarkeit den 20. Januar zum Feiertag. Es ist der Namenstag des Schutzpatrons. Ihm zu Ehren wurde am Dienstag nach dem Feiertag Markt abgehalten: Der „Sebastiansmarkt“. Im Volksmund „Bästesmärtche“ genannt.
Die Lage Seeheims an der Bergstraße und am Fuße des Odenwaldes eignete sich hervorragend für dieses Ereignis. Bauern, Handwerker und Händler bauten Buden und Stände rund um das heutige Historische Rathaus auf. Sie verkaufen gut, denn in der damaligen Zeit war es die einzige Möglichkeit, besondere Dinge und Lebensnotwendiges einzukaufen. 
 
Zu Ende ging der Markttag bei Essen, Trinken und Tanzen in den rund um liegenden Gasthäusern. Mit der Reformation wurde jegliche Heiligen-Verehrung verboten und der Feiertag abgeschafft. Die Abhaltung des Marktes blieb allerdings bis kurz vor dem Zweiten Weltkrieg erhalten.  Anlässlich der 1100-Jahrfeier Seeheim im Jahre 1974 erweckten die Seeheim-Jugenheimer Landfrauen die Markttradition zu neuem Leben.


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