Unterwäsche im Wandel der Zeit

 

Das Museum in Weinheim zeigt bis zum 18.12.2012 die Ausstellung "125 Jahre Felina"

 

Das Damenunterwäsche für manche ein Buch mit sieben Siegeln sein kann, ist bekannt. Ein Besuch im Museum der Stadt Weinheim kann jetzt Abhilfe schaffen. Noch bis zum 18. Dezember ist dort die Ausstellung „125 Jahre Felina“ zu sehen

Die Firma wurde ursprünglich 1885, als „Korsettfabrik Herbst“ in Mannheim gegründet. Sie beschäftigte zu Spitzenzeiten 2500 Mitarbeiter, denn ein Büstenhalter (BH) oder Mieder konnte aus bis zu 140 Einzelteilen bestehen. Beschäftigt wurden überwiegend Frauen, wie in der Ausstellung zu sehen ist. 1915 benannte sich die Firma in Felina um, da sie zur selben Zeit auch einen BH mit dem gleichen Namen auf den Markt brachte. Das Unternehmen wurde in zweiter Generation weitergeführt, bis sich die jüdischen Eigentümer 1936 gezwungen sahen die Firma zu verkaufen und nach Holland auszuwandern. 

Der Wandel ist auch an den handgefertigten Werbezeichnungen der Grafikerin Edith Lindenmeier zu erkennen. Die Werke, aus den 60er und 70er Jahren, stammen aus einer Zeit ohne Grafikprogramm und sind das Ergebnis eines zufälligen Dachbodenfundes. Doch obwohl Felina Uschi Glas als Werbe-Ikone verpflichten konnte, erlebte man in den 70er Jahren finanzielle Rückschläge. Die aufkommende Frauenbewegung verbrannte öffentlich BHs und rief zur „oben-ohne“-Mode auf.

Wer mehr über die Geschichte des Unternehmens erfahren möchte, sollte, am 25. Oktober, um 17 Uhr, zum Vortrag des Stadthistorikers, Michael Caroli, ins Museum der Stadt Weinheim kommen.

Das Unterwäsche eng mit dem jeweiligen Schönheitsideal verbunden ist und es weniger wichtig ist was man trägt, als für wen, wird am 8. November 2012, die Schauspielerin, Eva Martin-Schneider, in ihrer Lesung „Aus dem Körbchen geplaudert“, verraten.

Museum der Stadt Weinheim, Amstgasse 2, Telefon: 06201/82334 oder www.museum-weinheim.de



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