14. Heidelberger Frühling

20. März - 24. April 2010

 
Zum 14. Mal lockt das Internationale Musikfestival „Heidelberger Frühling“ vom 20. März bis 24. April 2010 zu rund 80 mit großen Namen wie Thomas Hampson, Sol Gabetta und das City of Birmingham Symphony Orchestra unter Shooting-Star Andris Nelsons. Klavierfans können sich unter anderem auf Hélène Grimaud, Ivo Pogorelich, Grigory Sokolov und einen Vortrag von Alfred Brendel freuen. Auch der erste „Artist in Residence“ ist eine Pianistin: ECHO-Klassik-Preisträgerin Ragna Schirmer, die in vier Konzerten und einer Masterclass zu erleben ist.
Aber der „Heidelberger Frühling“ ist nicht nur ein Festival der “Stars” – vor allem ist es ein Festival des Zusammenkommens und Austauschs. Begegnungen zwischen Künstlern und Publikum stehen im Zentrum, sei es bei Künstlergesprächen, Diskussionen und Vorträgen, Komponistenporträts oder Symposien. Geheimtipps sind das Streichquartettfest und das „Heidelberger Atelier“, ein spannendes Format für zeitgenössische Musik.

Inhaltliche Klammer des vielfältigen Programms ist ein jährliches Motto. So widmet sich der Heidelberger Frühling 2010 unter dem Titel „Ach Europa“ der Frage nach einer gemeinsamen kulturellen Identität Europas und dem Beitrag Musik zur Schaffung einer solchen

Programmschwerpunkte
„Heidelberger Frühling“ 2010
 
Neben den Konzertabenden mit internationalen Solisten und Orchestern und dem „Forum junger Künstler“ mit der Elite des Klassiknachwuchses aus aller Welt gehören
zu den Schwerpunkten des „Heidelberger Frühling“ 2010 das Heidelberger Atelier (26. – 28. März), das Streichquartettfest (9. - 11. April) und mit der Pianistin Ragna
Schirmer erstmals ein „Artist in Residence“. Anlässlich des 200. Geburtstags von Frédéric Chopin stellen zudem zahlreiche Konzerte die Werke des Komponisten ins
Zentrum. Schließlich bietet festival+ ein umfangreiches Begleitprogramm aus Künstlergesprächen, Filmen, Konzerteinführungen Vorträgen und freitäglichen Abstechern
in den Jazz. Und junge Musikfreunde ab 14 Jahren sind wieder eingeladen, das gesamte Festival als „Classic Scouts“ vor und hinter der Bühne zu begleiten.
 
Konzerte mit internationalen Künstlern und Orchestern
Gleich mit dem Eröffnungskonzert beginnt der Reigen großer Namen beim „HeidelbergerFrühling“ 2010: Das City of Birmingham Symphony Orchestra und die Lettin
Baiba Skride interpretieren Schostakowitschs erstes Violinkonzert. Am Pult steht ein Landsmann von Skride, der Shooting-Star Andris Nelsons. Bevor das Festival am
24. April traditionell mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg ausklingt, gibt es zahlreiche Gelegenheiten, die Weltelite der klassischen Musik in
Heidelberg zu erleben. Festival-Stammgast Thomas Hampson ist ebenso mit einem Liederabend zu Gast wie die charismatische afro-kanadische Sopranistin Measha Brueggergosman, die zusätzlich zu ihren Auftritten in der New Yorker Carnegie Hall und dem Verbier Festival seit kurzem auch eine eigene Fernsehsendung auf ARTE moderiert. Gesangsfans sollten außerdem nicht die einmalige Gelegenheit verpassen, an zwei aufeinander folgenden Abenden einem ausgesuchten Ensemble von Vokalsolisten bei
sämtlichen „Mehrstimmigen Gesängen mit Klavier“ von Franz Schubert zu lauschen, versiert begleitet von dem Pianisten Ulrich Eisenlohr.
Wie das „Who is Who?“ der Pianisten lesen sich die Namen der großen Tastenmeisterinnen und –meister, die der „Heidelberger Frühling“ für 2010 verpflichten konnte,
unter anderem Hélène Grimaud, Grigory Sokolov, Ivo Pogorelich, Alfred Brendel (mit einem Vortrag) und natürlich die aktuelle ECHO-Klassik-Preisträgerin Ragna
Schirmer. Ebenfalls gerade mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet wurde der französische Pianist David Fray, der gemeinsam mit der Deutschen Kammerphilharmonie
Bremen und zwei Bach-Klavierkonzerten zu Gast ist. Während sich der 28-jährige Fray erst kürzlich, dafür aber umso beeindruckender
einen Platz in der ersten Liga der Klassikszene erobert hat, gibt es einige ebenfalls relativ junge Künstler, die sich dort schon länger fest etabliert haben. Zu ihnen gehört
die argentinische Cellistin Sol Gabetta, die mit dem Kammerorchester Basel beim „Frühling“ gastiert, ebenso wie die georgische Geigerin Lisa Batiashvili, die mit
dem Georgischen Kammerorchester nach Heidelberg kommt. Auch der Percussionist Martin Grubinger, das Klaviertrio Viviane Hagner (Violine), Daniel Müller-
Schott (Violoncello) und Jonathan Gilad (Klavier), das Vokalensemble Singer Pur und David Orlowsky sind in den fünf Festivalwochen beim „Frühling“ zu erleben.

Heidelberger Atelier (26.-28-März)
NEU: Publikumspreis für junge Komponisten
Einer der künstlerischen Höhepunkte des „Heidelberger Frühling“ ist sicher das mittlerweile sechste „Heidelberger Atelier“, 2010 erneut unter der künstlerischen Leitung
von Komponist und Dirigent Matthias Pintscher. Hier schafft der „Heidelberger Frühling“ eine spannendes Plattform und ein Diskussionsforum für Neue Musik.
In Workshops, Podiumsdiskussionen und Konzerten stellt das internationale Festivalensemble Heidelberger Atelier Neue Musik vor, diskutiert die aufgeführten werke
und setzt sie in einen lebendigen Bezug zum „traditionellen“ Repertoire. Im Zentrum des Heidelberger Atelier 2010 steht der finnische Komponist Magnus
Lindberg mit einem umfangreichen Komponistenporträt, bei dem sein künstlerisches Schaffen durch die Aufführung ausgewählter Kompositionen und einen moderierten
Workshop veranschaulicht wird. Erstmals vergibt der „Heidelberger Frühling“ 2010 den Publikumspreis „Heidelberger Atelier“. Nach einer europaweiten Ausschreibung werden sechs junge Komponistinnen und Komponisten nach Heidelberg eingeladen. um sich dem Publikum vorzustellen und mit ihm ihre Werke zu diskutieren. Anschließend führen Mitglieder
des Festivalensembles die eingereichten Werke auf und das Publikum hat die Gelegenheit, seine Stimme für den jeweiligen Favoriten abzugeben. Dem Gewinner
winkt neben einem Geldpreis von 3.000 Euro eine Wiedereinladung zum „Heidelberger Atelier“ 2011 mit einemumfangreichen Komponistenporträt.
Besonders beim „Heidelberger Atelier“ wird das Selbstverständnis des „Heidelberger Frühling“ als Ort der Begegnung und des Dialogs deutlich. Denn gerade hier geht es
um Musikvermittlung. Es werden Brücken gebaut, um Orientierungshilfen für den Zugang zu zeitgenössischer Musik und neuen musikalischen Ideen zu geben. So
entstehen Angebote, die helfen sollen, sich durch die Fülle der künstlerischen Strömungen hindurch zu finden.

Streichquartettfest (9.-11-. April)
Ein „Heidelberger Frühling“ ohne Streichquartettfest ist mittlerweile undenkbar. Die Idee: Hervorragende Ensembles aus aller Welt treffen sich jedes Jahr, um sich ganz
dem Phänomen Streichquartett zu widmen – gemeinsam musizierend und probend, im Austausch mit Komponisten und Experten und in Interaktion mit dem
Publikum. Ziel ist es, Streichquartettmusik neuem Publikum zugänglich zu machen, alte Strukturen und Vorurteile aufzubrechen und neue, vor allem jüngere Zuhörer,
für die Gattung Streichquartett zu begeistern. Innovative Veranstaltungsformen in ungewöhnlichen Räumlichkeiten, etwa die „Lange Nacht des Streichquartetts“, sind
darüber hinaus prägendes Merkmal. Beim Streichquartettfest 2010 ist die Philharmonia Végh Budapest unter der Leitung von András Keller zu Gast, ein Streichorchester aus den drei bedeutenden ungarischen Streichquartetten Keller, Akademia und Auer. Das Ensemble hat sich international einen hervorragenden Namen gemacht und ist Spezialist für Werke
der Wiener Klassik und des 20. Jahrhunderts, insbesondere der ungarischen Schule. Entsprechend stehen Komponisten wie György Kurtág, Béla Bartók und György
Ligeti ebenso auf dem Programm wie Ludwig van Beethoven und Arnold Schönberg („Verklärte Nacht“). Dem gegenüber stehen Werke von Johann Sebastian Bach
wie Auszüge aus der berühmten „Kunst der Fuge“ und das Klavierkonzert A-Dur BWV 1055, in dem „Artist in Residence“ Ragna Schirmer beim Eröffnungskonzert als Solistin zu hören ist.

 „Artist in Residence“ 2010: Ragna Schirmer
Erstmals präsentiert der „Heidelberger Frühling“ 2010 einen „Artist in Residence“, die Pianistin Ragna Schirmer. Bereits 2007 begeisterte sie das Heidelberger Publikum
mit Bachs „Goldberg-Variationen“. Nun stellt das Festival sie der ganzen Bandbreite ihrer künstlerischen Vielfalt vor. Sie bereichert das Programm des „Heidelberger
Frühling“ 2010 mit zwei Klavierabenden in der Stadthalle, als Ensemblemusikerin zum Finale des „Heidelberger Atelier“ und als Solistin gemeinsam mit der
Philharmonia Végh Budapest in Bachs Klavierkonzert A-Dur BWV 1055 zur Eröffnung des Streichquartettfests. Darüber hinaus kann man die mehrfache ECHOKlassik-
Preisträgerin als Pädagogin kennen lernen, in einem öffentlichen Klavier- Meisterkurs vom 16. Bis zum 18. April.

Frédéric Chopin zum 200. Geburtstag
Nicht nur im „Forum Junger Künstler“ gratuliert der „Heidelberger Frühling“ Frédéric Chopin zum 200. Geburtstag. Auch im festlichen Rahmen der Stadthalle soll der
Komponist gewürdigt werden. Und wer könnte dies besser als eine Landsmännin: Die polnische Pianistin Ewa Kupiec interpretiert beide Klavierkonzerte Chopins in der
selten zu hörenden Fassung für Klavier und Streichquartett, die virtuose Einzelleistungen verlangt. Dass diese auch geboten werden, dafür bürgt nicht nur der Name
Kupiec, sondern auch das renommierte tschechische Pražák Quartet, das ihr an diesem Abend zur Seite steht. Die Kammermusikfassung der Klavierkonzerte
stammt übrigens nicht aus Chopins Feder, wurde aber von ihm selbst autorisiert. Natürlich darf unter den Gratulanten auch der „Artist in Residence“ nicht fehlen:
Ragna Schirmer stellt in einem interpretatorisch wie technisch höchst anspruchsvollen Programm die Chopin-Etüden op. 10 und 25 den „Sinfonischen Etüden“ von
Robert Schumann gegenüber. Begleitet werden die Konzerte von sieben Vorträgen des Musikjournalisten Hans Hachmann zu Leben und Werk des Jubilars.

Literatur und Musik
Großen Anklang beim Publikum findet die Verbindung von Musik und Wort bei „Literatur
und Musik“. Schauspieler Ulrich Noethen (u.a. „Comedian Harmonists“) knüpft mit dem Abend „Gleich einem Stern der einsam zieht“ (16. April) an den
Chopin-Schwerpunkt an. Gemeinsam mit der Pianistin Hideyo Harada gibt er Briefe, biografische Dokumente, Zeugnisse von Zeitzeugen und natürlich Musik von Frédéric
Chopin zum Besten. „Frühlings“-Habitué Dieter Borchmeyer ist gleich zweimal zu hören. Passend zum Jahresmotto „Ach Europa“ geht der Germanist in seinem Vortrag
mit Musikbeispielen der Frage „Freude schöner Götterfunken – eine heimliche freiheits- oder Nationalhymne?“ nach. Gemeinsam mit dem Dirigenten Christian
Thielemann ehrt er zudem einen weiteren Jubilar: Im Dialog miteinander, in Lesungen und natürlich musikalisch (Klavier: Siegfried Mauser) geht es am 18. April um
den Musiker und Poeten Robert Schumann, dessen Geburtstag sich 2010 ebenfalls zum 200. Mal jährt. Alfred Brendel schließlich gibt in seinem Vortrag „Licht- und
Schattenseiten der Interpretation“ Einblick in seinen Umgang mit der Deutung musikalischer Werke und beantwortet Fragen der Zuhörer.

  
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