Unser täglich Brot: Sonderausstellung im Landesmuseum für Technik und Arbeit

 

Technoseum Sonderausstellung Unser täglich Brot

Der Tante-Emma-Laden wurde durch den Supermarkt verdrängt und ist heute das Synonym für eine vergangene Einkaufskultur

 

Technoseum Sonderausstellung Unser täglich Brot

In den Restaurierungswerkstätten des TECHNOSEUM wird letzte Hand angelegt.Eine Reklamefigur aus der Zeit um 1900, ein so genannter „Kaffee-Mohr“, wird eigens für die Ausstellung restauriert.
Fotos:(c) Technoseum

 

Wie hat sich unsere Ernährung in den vergangenen 200 Jahren verändert? Wie hängen moderne Lebensmittelproduktion und Umweltbelastung zusammen? Wie werden wir in Zukunft essen?

Die Sonderausstellung „Unser täglich Brot … Die Industrialisierung der Ernährung“, zeigt historische und aktuelle Zusammenhänge auf und beleuchtet, wie der Fortschritt in Landwirtschaft, Lebensmittelherstellung und die Globalisierung dazu geführt haben, dass es heute ein solch breites Nahrungsangebot gibt wie nie zuvor und stellt die Frage, wie die Zukunft unserer Ernährung aussieht.

Die Sonderausstellung „Unser täglich Brot … Die Industrialisierung der Ernährung“, findet vom 29. Oktober 2011 - 29. April 2012 im Technoseum statt. Zahlreiche Vorträge, eine Podiumsdiskussion und ein Science Slam begleiten die Sonderausstellung, informieren und bieten spannende Unterhaltung.

Eine Zeitreise durch 200 Jahre Lebensmittelherstellung

Der Tante-Emma-Laden wurde durch den Supermarkt verdrängt und ist heute das Synonym für eine vergangene Einkaufskultur. Hier hatte man, im Gegensatz zu den anonymen Warenhäusern von heute, noch ein persönliches Verhältnis zur Verkäuferin hinter der Theke. Im Rahmen einer Zeitreise durch 200 Jahre Lebensmittelherstellung sind neben einem Supermarkt auch Teile eines Original Lebensmittelgeschäfts von 1930 aus Freiburg zu sehen.

Frieda Saier eröffnete den Laden 1930, fast 60 Jahre hindurch sollte er bestehen. „Vor allem Handwerkerfamilien waren unter den Kunden, ab den 60er Jahren auch Studenten vom benachbarten Wohnheim. Die Eröffnung eines nahe gelegenen Discounters im Jahr 1970 allerdings führte zu einem allmählichen Rückgang der Kundschaft“.  Mittlerweile 85 Jahre alt, entschloss Frieda Saier sich 1989 den Laden zu schließen.

Im TECHNOSEUM ist die Ladeneinrichtung im Ausstellungsbereich über Nahrungsmittelherstellung in Südwest-deutschland zu sehen. So befinden sich Rothaus-Bier und Maggi-Würze, Ritter-Sport-Schokolade und Birkel-Nudeln, Caro-Kaffee und Thomy-Tuben in den historischen Regalen. Und wer über den regionalen Tellerrand hinausblicken möchte, kann in der Ausstellung auch erfahren, welche Lebensmittelkonzerne den Markt weltweit beherrschen, wann die Konservendose erfunden wurde und welche Perspektiven Gentechnik und nachhaltige Landwirtschaft haben. Weitreichende Themen, unter denen auch ein kleines Einzelhandelsgeschäft wie das von Frieda Saier einen wichtigen Platz einnimmt.

Eine Reklamefigur aus der Zeit um 1900, ein so genannter „Kaffee-Mohr“, wird eigens für die Ausstellung restauriert. Die 75 Zentimeter große Werbefigur stand einst im Schaufenster eines Tabak-, Schokoladen- oder Kaffeegeschäfts.  Die Figur entspricht exakt dem Stereotyp des „Mohrs“ um die Jahrhundertwende, seine Dienerpose ist nicht zuletzt Ausdruck des Hochmuts, den die meisten Europäer damals afrikanischen Kulturen entgegen brachten.

Mit seinen orientalischen Gewändern steht er gleichzeitig für Exotik und die Sehnsucht nach fernen Ländern, aus denen exklusive Nahrungsmittel nach Deutschland gelangten: „Schokolade, Zucker und Gewürze waren einst reine Luxusprodukte. Heute sind sie für jeden erschwinglich, Ergebnis einer hochindustrialisierten Lebensmittelherstellung und einem ausgefeilten Distributionssystem“.

Mehr als 400 Exponate sind auf 900 Quadratmeter Ausstellungsfläche zu sehen, darunter ein Hostienbackeisen, ein Original CARE-Paket sowie Beispiele für die heutige Lebensmittelherstellung in Baden-Württemberg, bei denen das Haltbarkeitsdatum noch nicht abgelaufen ist.

An interaktiven Stationen können große wie kleine Besucher an einem Gewürzquiz teilnehmen, den Zuckergehalt von Früchten bestimmen oder sich ihr persönliches Essen zusammenstellen – virtuell am Bildschirm und inklusive Kalorienrechner.



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