Bürgerin aus Seeheim für soziales Engagement ausgezeichnet

 Ende Dezember sind 18 Gruppen und Einzelpersonen aus allen Teilen Hessens für ihren ehrenamtlichen Einsatz im sozialen Bereich geehrt worden. Der hessische Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit Jürgen Banzer überreichte ihnen in einer Feierstunde in Wiesbaden die Landesauszeichnung „Soziales Bürgerengagement 2009“.

Eingeladen war auch Walmot Möller-Falkenberg (69) aus Seeheim-Jugenheim, die sich seit über 25 Jahren besonders für die Verbesserung der Situation sozial benachteiligter Kinder engagiert: als Gemeindevertreterin in der Grünen-Fraktion (1985-89) und in verschiedenen Arbeitsgruppen im Schuldorf Bergstraße sowie in Arbeitsgruppen in der Gemeinde. „Ich habe diese Auszeichnung nicht als eine persönliche Ehrung akzeptiert und nur entgegengenommen, weil damit auch die vielen anderen, die sich in den Arbeitsgruppen ständig für soziale Belange einsetzen, die Bedeutung unserer gemeinsamen Bemühungen gewürdigt sehen können“, so Möller-Falkenberg zu der Ehrung. Sie habe sich immer in einem Kreis von Mitengagierten einbringen können, in denen eine kreative und produktive Zusammenarbeit möglich gewesen sei. Das gelte für den Elternarbeitskreis Förderstufe im Schuldorf (1983- 84), der auf die Verwirklichung der gesetzlich vorgegebenen Fördermaßnahmen drängte, wie für ihr

Engagement als Gemeindevertreterin ab 1985 zugunsten der Einführung einer Kindergartenbedarfsplanung und Einrichtung von Kindergärten in den Ortsteilen der Gemeinde. Ganz besonders gelte das hinsichtlich ihrer jüngsten Bemühungen in der Arbeitsgruppe „Integration, Gerechtigkeit und Teilhabe“ (AG GuT) des kommunalen Präventionsrats und in den Arbeitsgruppen Ganztagsbetreuung im Schuldorf und Bürgernetzwerk der ExpertInnenkommission. „Da wären viele Namen derer zu nennen, denen diese Auszeichnung gebührt.“ „Der AG GuT ist es seit 2005 gelungen“, betont deren Initiatorin und zeitweise Sprecherin Möller-Falkenberg, „in Zusammenarbeit mit dem Schuldorf (Kita, Grundschule, Ganztagsbetreuung) und der Tannenbergschule sowie dank großzügiger Spender benachteiligten Kindern eine Nachmittagsbetreuung zu finanzieren, für sie einen Schulsachenfundus einzurichten und Einzelpersonen Integrationshilfe zu leisten“. Dafür seien Spenden langfristig von großer Bedeutung (Auskunft bei Ursula Emmerich Tel. 06257 4302). In diesen Spendenfonds sei auch die mit der Auszeichnung verbundene Geldzuwendung von 300 Euro gegeben worden. Die AG GuT habe in den vergangenen Jahren immer wieder soziale Netze knüpfen können, um Menschen aufzufangen, die sonst hilflos gewesen wären. In der AG Ganztagsbetreuung des Schuldorfs ist seit 2007 die Überführung des Gemeindehorts in die Ganztagsbetreuung der Schule von Elternvertretern sowie Mitarbeitern der Einrichtungen konzeptionell und organisatorisch vorbereitet und seit 2008 begleitet worden. Im Zusammenhang mit diesen Arbeitsgruppen hat Möller-Falkenberg sich auch privat um die Förderung der Bildungschancen benachteiligter Kinder bemüht. So war sie in der „Lernzeit Grundschule“ im Schuldorf zwei Jahre lang als Lernzeitpatin tätig, um so die Betreuungskosten für mehrere Kinder zu erarbeiten. Außerdem übernahm sie die Betreuung einer Familie von Asylbewerbern, bei der es neben allgemeiner Hilfe zur Selbsthilfe vor allem darum ging, die soziale Teilhabe der sechs Kinder zu fördern und durch Hausaufgabenhilfe ihre sprach- und kulturbedingte Benachteiligung zu mildern. Hinzu kam Hausaufgabenhilfe für drei Grundschüler im Gemeindehort in den Jahren 2007 bis 2008. In der AG Bürgernetzwerk seien, so erläutert Möller-Falkenberg, im Projekt „Demografischer Wandel“ der ExpertInnenkommission – nach intensiver Beratung auch mit örtlichen Vereinen und sozialen Einrichtungen – Empfehlungen an die Gemeinde erarbeitet worden, wie sich die Identifikation möglichst vieler Bürger in sehr unterschiedlichen Lebenslagen mit der Gemeinde verbessern lasse und eine Stärkung des gesellschaftlichen Engagements durch Teilnahme möglichst vieler Bürger an der kommunalen Zukunftsplanung und -gestaltung zu erreichen sei. Wegen einer schweren Krankheit musste Frau Möller-Falkenberg 2009 ihr Engagement sehr stark reduzieren. „Die privaten Hilfen im Einzelfall werden mein Mann und ich weiter leisten. Ob mir die Mitarbeit in Arbeitsgruppen wieder möglich sein wird, muss sich noch herausstellen.“ Umso mehr, so betont sie, hoffe sie auf das Engagement weiterer Mitbürger beim Erkennen und Ernstnehmen des zunehmenden Bedarfs an sozialer Unterstützung insbesondere bei Kindern


  
Gewinnspiel_728x90
  
Ausflugsziele an der Bergstrasse und in der Umgebung