Bensheim - Auerbach erhält für die nächsten 10 Jahre das Prädikat „Luftkurort“

Als sich im September des vergangenen Jahres Auerbacher Hoteliers und Gastronomen mit Bürgermeister Thorsten Herrmann und Ortsvorsteher Karl-Wilfried Hamel im Fürstenlager trafen, stand die Entscheidung noch nicht fest. Doch die bis dahin vorliegenden Gutachten und Stellungnahmen im Rahmen des Bewertungsverfahrens zur Beibehaltung des Prädikats „Luftkurort“ für Auerbach gaben Anlass, von einem positiven Ergebnis ausgehen zu können. Von der Stadtverwaltung hatte Frank Wienecke daher auch die besonderen Vorzüge des größten Bensheimer Stadtteils in einem dekorativen Plakat zusammenfassen lassen und es im Bilderrahmen an die Hoteliers und Gastronomen verteilt. Im Übrigen kam das einer Vorgabe entgegen, wonach die Qualitäten, die einen Luftkurort ausmachen, auch für den Kurgast nachlesbar sein müssen.

Inzwischen steht fest, dass Auerbach sich auch künftig als Luftkurort bezeichnen darf und das außerdem für die nächsten zehn Jahre. Die positive Nachricht aus dem Regierungspräsidium Kassel, bei dem der Hessische Fachausschuss für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen angesiedelt ist, gab Bürgermeister Thorsten Herrmann in der jüngsten Sitzung des Magistrats bekannt. Besonders interessant wird dieses aktuell verliehene Prädikat, wenn Bensheim wieder Hessenstagsstadt werden sollte. Herrmann wies darauf hin, dass die besonderen klimatischen Vorzüge Auerbachs sich bei einer zehntägigen Veranstaltung, deren Resonanz weit über die Stadtgrenzen hinaus geht, natürlich besonders gut hervorheben lassen. Mit dem Auerbacher Schloss als Hessens beliebtestes Bauwerk und dem Fürstenlager als ehemalige Sommerresidenz der hessischen Fürstenfamilien, die schon damals das gesunde Klima in Auerbach zu schätzen wussten, könne den Hessentagsgästen der einzige Luftkurort an der Bergstraße bestens empfohlen werden.

 

Der Empfehlung des Fachausschusses, das Prädikat Luftkurort weiter zu führen, da „die Voraussetzungen zur Beibehaltung der Prädikats gegeben sind“ schloss sich auch der Hessische Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung an, wie im Brief aus Kassel mitgeteilt wird. Den weitaus größeren Platz des Schreiben nimmt allerdings der Hinweis auf die von der Stadt zu zahlenden Gebühren und die dafür zugrunde liegenden Rechtsvorschriften ein. Insgesamt muss die Stadt 600 Euro Gebühren und 192,80 Euro für angefallene Fahrtkosten bezahlen.

Das war jedoch nur der geringste Anteil der Kosten, die insgesamt für das Anerkennungsverfahren angefallen sind. Für die seit der Einleitung des Bestätigungsverfahrens im November 2002 erfolgten Gutachten, Messungen und Ortsbesichtigungen wurden insgesamt rund 20 000 Euro aufgewendet. Ein finanzieller Beitrag, den Bürgermeister Thorsten Herrmann aber gerne in Auerbach investiert, da der Stadtteil immerhin der einzige Luftkurort an der Bergstraße ist. Ausdrücklich Dank sagte er im Magistrat allen Beteiligten, die das Projekt engagiert betreut hatten und nannte hier insbesondere Ortsvorsteher Karl-Wilfried Hamel und Frank Wienecke von der Stadtverwaltung.

Das Anerkennungsverfahren war im November 2002 durch das Regierungspräsidium Kassel eingeleitet worden. Nachdem sich die Stadt Bensheim ausdrücklich für das Verfahren entschieden hatte, gab es im April 2005 die erste Beurteilung in Form einer amtsärztlichen Ortsbesichtigung durch das Kreisgesundheitsamt. Ein Jahr lang, von November 2006 bis November 2007, wurde durch Kontrollmessungen des Deutschen Wetterdienstes die Luftqualität geprüft. Im Januar sowie im Dezember 2008 schlossen sich amtliche Gutachten zur Beurteilung der Luftqualität und der abendlichen Abkühlung im Kurbereich an und im Mai 2009 folgte die medizinisch-klimatologische Beurteilung von Auerbach. Danach liegt beispielsweise das Fürstenlager mindestens auf dem Niveau bester heilklimatischer Kurorte und klassischer Heilbäder wie beispielsweise Baden-Baden, Bad Kissingen oder Bad Pyrmont.


  
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