Bergstrasse-Bensheim: Eysoldtring 2009 geht an Barbara Nüsse

 

Für die „Leonore von Este“ in Goethes „Torquato Tasso“ (1980) unter der Regie von Claus Peymann wurde sie von dem Fachmagazin „Theater heute“ zur „Schauspielerin des Jahres gekürt, für ihre Darstellung in „Vita und Virginia“ an den Hamburger Kammerspielen erhielt sie 2006 den Rolf-Mares-Preis, für ihre Lesung von Fred Vargas’s Hörbuch „Der verbotene Ort“ wurde sie mit dem Internationalen Buchpreis „Corine“ ausgezeichnet und für ihre schauspielerische Leistung als „wahnsinnig-weiblicher“ König Lear erhält sie in diesem Jahr den „Gertrud-Eysoldt-Ring 2009“.

 

Barbara Nüsse, die in diesem Monat ihren 67. Geburtstag feiert, ist somit die 24. Preisträgerin dieses bedeutendsten Theaterpreises im deutschsprachigen Raum. Sie erhält diesen Preis für ihre schauspielerische Leistung auf bedeutenden deutschsprachigen Bühnen über viele Jahre hinweg und insbesondere für ihre Darstellung des König Lear. „Hier zeichnet sie insbesondere das hohe Maß an Dringlichkeit aus, mit dem sie versucht, auf den existenziellen Grund der vor ihr verkörperten Personen zu stoßen“, so Peter Iden von der Akademie der Darstellenden Künste und Vorsitzender der Jury. Die von Intendantin Karin Beier zur Eröffnung der Spielzeit 2009/10 am Schauspielhaus Köln ungewöhnlich in Szene gesetzte Shakespeare-Tragödie „König Lear“ hatte am 26. September Premiere. Die Kritik sprach von einer „grandiosen Barbara Nüsse“ und einem „mimischen Ereignis“, wie Barbara Nüsse den Lear spiele. Noch bis 26. März ist dieses Drama als reines Frauenstück auf der Bühne des Kölner Schauspielhauses zu sehen.

Die in Essen geborene und heute in Hamburg lebende Barbara Nüsse spielt an namhaften Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie studierte Schauspiel an der Otto Falckenberg Schule in München, arbeitete am Staatstheater Stuttgart und am Schauspielhaus Bochum unter der Regie von Claus Peymann und gehörte fünf Jahre zum Ensemble des Deutschen Schauspielhauses Hamburg. Neben weiteren Engagements am Residenztheater in München, dem Maxim Gorki Theater Berlin, dem Schauspielhaus Zürich, den Münchner Kammerspielen und dem Burgtheater Wien spielt sie auch in Kino- und Fernsehfilmen wie "Der Schuss" und "Juls Freundin".

Zusammen mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring wird auch der Kurt-Hübner-Preis vergeben. Dieser mit 5000 Euro dotierte Förderpreis für junge Regisseure geht an Tilmann Köhler für seine Inszenierung von Brechts Schauspiel „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ am Staatsschauspiel Dresden, die am 17. Oktober 2009 Premiere hatte. Köhler, Jahrgang 1979 und in Weimar geboren, hat an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Regie studiert. Er war Spieler und Regieassistent an der Theaterfabrik des Theaters Altenburg-Gera und bis 2008 Hausregisseur am Nationaltheater Weimar. Zu seinem Neuanfang am Staatsschauspiel Dresden sei ihm wieder „eine großartige Arbeit gelungen“, so Professor Klaus Völker in seiner Begründung. Seit 1986 vergibt die Stadt Bensheim zusammen mit der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste den Gertrud-Eysoldt-Ring, ein Vermächtnis des 1981 in Bensheim verstorbenen Theaterkritikers Wilhelm Ringelband, der den Namen der von ihm verehrten Max-Reinhard-Schauspielerin (1870-1955) mit einer Auszeichnung verbunden sehen wollte. Die Verleihung des Eysoldt-Rings 2009 ist am 20. März im Rahmen einer Festveranstaltung im Parktheater. Daran schließt sich die Festgala im benachbarten Bürgerhaus an. Am darauffolgenden Sonntag (21.) lädt die Akademie der Darstellenden Künste zur Matinee mit den Preisträgern ins Parkhotel Krone nach Auerbach an. Beginn ist um 11 Uhr. (psp)


  
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